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Moses Mendelssohn. Begründer des modernen Judentums
 
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Moses Mendelssohn. Begründer des modernen Judentums [Gebundene Ausgabe]

Dominique Bourel
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
  • Verlag: Ammann Verlag & Co.; Auflage: 1 (2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3250105074
  • ISBN-13: 978-3250105077
  • Originaltitel: Moses Mendelssohn
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 17,2 x 6,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 669.633 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es gibt Leben, die allein durch ihre Werke zählen. Das Leben Moses Mendelssohns (1729-1786) ist ein solches. Sein biographischer Hintergrund ist wenig bekannt. Aus einer armen Familie stammend, wurde er in Berlin rasch wegen seiner Intelligenz und Klugheit berühmt und anerkannt von seinen Zeitgenossen Goethe, Kant, den Gebrüdern Humboldt und natürlich auch von Lessing, der ihm in der Figur Nathans des Weisen ein Denkmal gesetzt hat. Moses Mendelssohn war Ahnherr einer langen Liste von Aristokraten, Bankiers, Industriellen, Juristen, Offizieren, Politikern, Professoren, von Religionslehrern und nicht zuletzt von einem Komponisten, Felix Mendelssohn. Moses Mendelssohn war Mitbegründer der deutschen und europäischen Aufklärung. Ohne ihn und sein Wirken wäre die erstaunliche Symbiose zwischen Judentum und Deutschen wohl nicht zustande gekommen. Er lebte die Möglichkeit vor, sowohl der deutschen Aufklärung wie der jüdischen Haskala (Aufklärung) wesentliche Impulse zu geben, ohne seiner Herkunft abzuschwören und in die neue Gesellschaft zu konvertieren. Mendelssohn schaffte es, das religiöse Judentum mit dem offenen kritischen Geist zu verbinden. Diese kenntnisreiche Biographie Moses Mendelssohns, des »Platons der Deutschen« und Begründers des modernen Judentums, der den Eintritt der Juden in die moderne abendländische Philosophie- und Geistesgeschichte markiert, schildert seinen Werdegang zur verehrten oder gehaßten Figur eines Laienkults. Darin stellt er sich permanent die Frage: Wie kann man als Jude in die Tradition der abendländischen, speziell deutschen Philosophie eintreten, ohne zum christlichen Denker zu werden? Mit leiser Ironie und bestechendem kompetenten Wissen geschrieben, ist dieses Buch eine wahre Freude für jeden richtigen respektvollen Leser.

Über den Autor

Dominique Bourel, geboren 1952 in Offenburg, aufgewachsen in Paris, studierte Philosophie und Religionsgeschichte an der Sorbonne sowie in Heidelberg, Mainz und Harvard. Lehrtätigkeit an der Hebräischen Universität Jerusalem und an der Freien Universität Berlin. Verfasser einer Vielzahl von Artikeln über Mendelssohn und die dt. Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts. Übersetzer und Herausgeber von Schriften Mendelssohns, Hermann Cohens und Martin Bubers. Bourel lehrt inzwischen an der Sorbonne.

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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dominique Bourel Moses Mendelssohn Ammann

Als am 11. März 1829 die letzten Töne der Matthäuspassion in der Berliner Singakademie verklingen, herrscht atemlose Stille. Der Dirigent erhebt sich, und man erkennt den zwanzigjährigen Felix Mendelssohn!
Die Zuhörer sind begeistert und hingerissen: Felix Mendelssohn hat den Deutschen einen vergessenen Volkshelden wieder gegeben: J. S. Bach, der damit seine Auferstehung feiert. Felix ist der Enkel von Moses Mendelssohn.

Bourel beginnt mit dieser Hommage an Bach seine Biographie über Moses Mendelssohn, den Deutschen Philosophen, Dichter, Weisen und Begründer der deutsch-jüdischen Synthese, wie es im Text heißt.

Moses war 14 Jahre alt, als er nach Berlin kam, arm und Sohn eines orthodoxen Juden aus Dessau.

Weit ausholend beschreibt Bourel die Zeit des Preußenkönigs Friedrichs II, der durch eine Reihe von Baudenkmälern Berlin zu äußerem Ruhm verhalf und zugleich die Künste und Wissenschaften förderte.

Friedrich der Große war tolerant. Es war das Preußen der Menschenrechte, in dem < jeder nach seiner Fasson selig werden sollte >, das am Ursprung des modernen Judentums stand.

Der König ließ Andersgläubige schalten, nur den Juden gegenüber blieben seine Vorbehalte bestehen. Juden bekamen Rechte und Schutzbriefe erst, wenn sie entsprechende Zahlungen und Leistungen zuvor erbrachten.

Durch Gellert und Lessings Stück <die Juden> wurde die Judenfrage neu angestoßen.
Moses Mendelssohn wurde einer der führenden Vertreter der deutschen und der europäischen Aufklärung, der Haskala des Deutschen Judentums, und Vorbild für Lessings Nathan den Weisen. Er war ein großer Denker, gebildet, Freund und Denkpartner vieler berühmter namentlich genannter Geistesgrößen in Philosophie und Geistesgeschichte. Die Emanzipation aus dem Ghettodasein und die Eingliederung in die bürgerliche Gesellschaft mit allen Rechten war das sichtbare Ergebnis seines Handelns und Denkens.
Lessing pries sein Denken, Friedrich Nicolai rühmte die Würde und Festigkeit seines Freundes. Man nannte MM den deutschen Platon und Berliner Sokrates.

Moses Mendelssohn ist von der Stadt Berlin nicht zu trennen, und letztere wäre, Zitat: ohne Juden nicht zu verstehen, die Teil ihrer Saga, ihrer Mythologie wurden mit ihren Lobsängern und Verleumdern, ihren Salons, Nobelpreisträgern, Professoren, Ärzten, Bankiers und Mäzenen, Künstlern, Aristokraten, Bürgern, Arbeitern, Zuhältern und Deklassierten; selbst die Rosenstöcke im Tiergarten sollen von jüdischen Millionären bezahlt worden sein, Zitat Ende

Bourel beschränkt sich in seiner Biographie, die zugleich seine Habilitationsschrift ist, nicht auf den Lebensweg Moses Mendelssohns, sondern geht auf viele Einzelheiten seines Denkens und seines Einflusses auf die preußische Geschichte ein. Lange wurde MM der Zugang zu den wissenschaftlichen Ehren verwehrt. Seine Schriften über Toleranz und seine Bemühungen um die Quellen des jüdischen Glaubens werden ausführlich erörtert. Er war der Verfasser des Werkes
< Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele>, das ihm europäischen Ruhm einbrachte und das meist gelesene Werk der deutschen Aufklärung wurde.

Bourels Buch ist unfangreich und gründlich und gewährt einen selten geschlossenen Einblick in die gesamte deutsche und europäische Geistesgeschichte seit Beginn des 18. Jahrhunderts. Philosophische Richtungen werden im Detail erklärt. Was Aufklärung ist, wird in einer ausführlichen Darstellung analysiert. Kants berühmter Satz <Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit> steht im Zusammenhang mit langen Diskussionen um die richtige Terminologie, um jedem verständlich zu machen, was Aufklärung im tiefsten Wortsinn bedeutet.

Bourel hat sein Werk genau recherchiert und gibt im Anhang lange Quellenverzeichnisse an.

Wer sich um die europäische Geistesgeschichte bemüht, wer das Zeitalter der Aufklärung bis heute noch einmal nach verfolgen will, dem sei dieses Buch empfohlen. Es ist gut und übersichtlich angeordnet und auch für den Laien sehr verständlich geschrieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wald oder Bäume? 4. August 2009
Der vorliegende, sehr umfangreiche Text (577 Seiten plus 220 Seiten Anmerkungen, Literatur, Personenverzeichnis) ist eine Habilschrift, die weniger Moses Mendelssohn zum Gegenstand hat, von dem es nur wenig Biographisches gibt, als vielmehr die jüdische und damit auch die deutsche Aufklärung und ihre zahlreichen Verästelungen. Der große jüdische Aufklärer dient vielmehr vor allem als Angelpunkt einer von zahllosen Einzelheiten schier überquellenden Darstellung, die einen bessere Strukturierung verdient hätte, denn es ist doch etwas mühsam, sich durch diesen zweifellos elaborierten, doch arg heterogenen Dschungel hindurchzuwühlen. Man verpasst dabei sicher das Eine oder Andere, geht daran vorbei. Das ist schade, denn es verbergen sich überall regelrechte Kostbarkeiten. Kleinere, auch typographisch strukturierte Kapitel wären besser für das Verständnis gewesen. So wirkt die ernorm fleißige
Aneinanderreihung von Einzelheiten mitunter etwas sprunghaft, wenn nicht gar beliebig, und man verliert leicht den roten Faden. Das ist bei einem Buch dieses Kalibers mitunter ermüdend.
Dies ist der erste Punkt den man bei diesem an sich hochgradig bedeutenden Text - es gibt sonst kaum etwas Ähnlich Tifschürfendes und Detailreiches zum Thema Haskala und deutsche Aufklärung - einwenden möchte.
Der zweite Einwand betrifft den umfangreiche Apparat der Anmerkungen, der fast durchweg aus wissenschaftlichen Quellenangaben besteht (wir nannten das früher im Lektorat den "wissenschaftlichen Zuckerguss"), wo man doch häufig gerne Erläuterungen zu bestimmten Textstellen gehabt hätte, zumal man selbst ja kein Spezialist auf dem Gebiet ist, so aber immer wieder alleingelassen wird in den Verästelungen der Sachdarstellung.
Es fehlt in diesem Zusammenhang überdies ein Glossar, in dem die zahlreichen, of hochspezialisierten jüdischen Fachausdrücke erklärt sowie Daten für Einzelpersonen und eher lokale geistesgeschichtliche bzw. historische Phänomene und Entwicklungen angegeben werden, die auch dem nicht spezialisierten Fachmann nicht so ohne weiteres geläufig sind. Desgleichen wäre ein Sachverzeichnis hilfreich für den Leser (nicht nur wie hier ein Personenverzeichnis).
Fazit: Ein wissenschaftliches Werk, vor allem eines von solchem Gewicht, einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ist unbedingt der Mühe wert. Autor und Verlag haben es sich hier doch ein wenig bequem gemacht. Dennoch eine lohnende, weil informative Lektüre in einem an sich flüssigen Stil, leider beim geistigen Nachvollziehen hie und da inhaltlich etwas mühsam.
Schade.
Norbert Rupp
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Moses Mendelssohn - Begründer der Haskala, der jüdischen Aufklärung, Verfasser von bedeutenden Büchern wie zum Beispiel "Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele", das zum Kanon großer philosophischer Schriften gehört, Freund von Gotthold Ephraim Lessing, Vorbild für Nathan den Weisen: diesem außergewöhnlichen Mann hat der französisch-deutsche Philosoph und Religionswissenschaftler Dominique Bourel eine großartige Biographie gewidmet. Bourel hat Moses Mendelssohn nicht neu erfunden, was ohnehin nicht nötig ist. Aber er hat ihn in akribischer Kleinarbeit in den Kontext der philosophischen Strömungen und Denksysteme eines Descartes, Spinoza, Leibniz und Kant gestellt und so die großen Linien seines Denkens dargestellt. Eines Denkens, das ganz im Zeichen seiner Jüdischkeit stand und doch weit darüber hinausweist. Der deutsche Plato, der Berliner Sokrates, der große Maskil hat in Bourel einen würdigen Biographen gefunden. Er hat ihn in seine Zeit gestellt, ihn als Mensch mit dem ungewöhnlichen Lebensweg porträtiert. Dass dem Autor eine für eine Habilitationsschrift zudem ausgezeichnete Lesbarkeit zu bescheinigen ist, wìrd den Reiz der Lektüre noch erhöhen.
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