Mit "Moseley Shoals", ihrem zweiten Album, schaffte die Band den Durchbruch, stark begünstigt wahrscheinlich durch die Britpop Welle, die bei Erscheinen 1996 noch recht stürmisch war.
Und die Presse tat ihr übriges. Ocean Colour Scene waren jetzt offiziell eine Britpop Band und wurden ständig mit Oasis verglichen. Das brachte auch mich zu ihnen. Nun, nur mit beidem haben sie eigentlich nicht viel zu tun. Ocean Colour Scene sind eine klassische, stark von den 60ern beeinflusste Gitarrenkombo, die anders als viele Britpopper nicht nur auf catchy Pop-Ohrwürmer schielte. OCS sind erdiger, Vergleiche mit Paul Weller (mit dem sie ja auch mal zusammenarbeiteten) passen da schon besser, und natürlich auch deutlich die Beatles. Klar bietet die Band tolle Melodien, aber nicht nur im reinen Popgewand. Auch Northern Soul, Blues und Rock'n'roll sind der Band nicht fremd. Und besonders in ihren Melodien hört man dann sehr deutlich die Beatles heraus. "The Day we caught the train" ist wohl der bekannteste Song der Band, und die gelungenste Beatles-Kopie, schon ein kleiner Klassiker der Song. Doch auch die anderen Tracks können sich hören lassen, langweilig wirds nie. Das Album lässt auch nicht im Verlauf nach, sondern hält die gehobene Klasse. Nicht umsonst wird es besonders in England oft als eines der besten 90er Alben genannt.
Ich sagte, "Moseley Shoals" war das Durchbruch-Album, doch leider hats die Band außerhalb Englands nie so ganz geschafft, und das obwohl bis heute aktiv (letztes Album 2010). Gut, wenn man ehrlich ist muß man schon sagen, das OCS mit den Folgealben nicht mehr die hier vorliegende Qualität erreichten - nur die Follow Up LP "Marchin' Already" kommt noch ganz nah 'ran.