Das dritte reguläre Album von David Eugene Edwards (ehemaliger Mastermind der von apokalyptischem Gun Club-Fantum zu Southern Folk mutierten 16 Horsepower) und seiner ursprünglichen Zweitband Woven Hand hält alles, was die Vorgänger versprochen haben und legt noch etwas an Intensität nach. Edwards düstere, manichäisch-christliche Weltsicht regiert dieses Album ebenso wie seine Vorgänger, auch wenn er diesmal wenigstens nicht mehr fordert, dass Ungläubigen die Beine gebrochen werden. Überhaupt ist der Mann ein ganz klein wenig entspannter geworden, die eine oder andere Nummer (etwa "Bible & Bird") klingt nachgerade beschwingt... na ja, zumindest für Edwards-Verhältnisse. Das allgemeine Konzept scheint aber zu sein, eine Art fast sakralen, hymnischen Gegenentwurf zum traditionellen Southern Rock vorzulegen. Einige der Songs, etwa das mittelalterliche, mit Goblin-Verweisen (!) versehene "Swedish Purse" könnte man sich, etwas verlangsamt, auch gut in von Hurricanes verwüsteten Kirchen Mississippis vorstellen, und besonders das auf einem Text des Hl. Ambrosius (4. Jhdt) beruhende "Twig" scheint dort sowieso zuhause zu sein. Grossartig auch das an Michael Gira (Swans, Angels of Light) erinnernde "Elktooth" mit seinen bedrohlichen Untertönen und das dynamische "Dirty Blue", aber schwache Nummer gibt's hier ohnehin keine. Musikalisch regieren akustische Gitarren, Schlagzeug, gelegentliche Streicher, schlicht-effektive Arrangements und natürlich Edwards ausdrucksvoll-inbrünstige Stimme, die einen in manchen Momenten beinahe doch noch an einen Gott glauben lässt, der den Süden der USA schon lange verlassen zu haben scheint. Grosse Gefühle, grosse Stimme, grosses Album.