Der (deutsche) Titel Mortifer" ( = todbringend), das Cover und die Kurzbeschreibung (Jagd auf 3 Frauen in einer Geisterstadt) weckten in mir die Erwartungen eines fesselnden "Gänsehaut" - Thrillers. Ich hoffte auf etwas Unheimliches und Todbringendes, das in diesem Buch sein Unwesen treiben würde.
Leider lag ich ziemlich daneben. Ich weiß nach Ende der Lektüre nicht wirklich, auf wen oder was sich der Titel bezieht.
Die Story und ihre Umsetzung sind recht durchschnittlich:
Drei Frauen müssen sich in einer ausgestorbenen Waldsiedlung vor einem Söldnerheer verstecken, das sie als Zeugen eines Giftgas - Vorfalls zu beseitigen versucht.
Das ist manchmal recht spannend (weil man nicht weiß, wie`s weitergeht), aber im großen und ganzen weder originell noch nervenzerreißend in Szene gesetzt. Der letzte Thrill fehlt.
Auf temporeiche Action, auf den Nervenkitzel einer Hetzjagd etwa, wartet man vergebens.
Es gibt keine richtigen Jagdszenen.
Im Vordergrund stehen die Ängste/Erlebnisse der sich versteckenden Frauen.
Das Giftgas spielt eher eine Nebenrolle, die "Verfolger" bleiben blasse Randgestalten.
Alle wirken nicht wirklich unheimlich oder mortifizierend. (Oder auf wen oder was könnte der Titel sonst noch anspielen?)
Der Text ist handwerklich solide gefertigt und der Sprachstil ist ok - das war's aber eben auch schon. Nichts, was einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Mag sein, dass die reißerische deutsche Vermarktung des Buches die Leser in die Irre führt und gar nicht der Intention der Autoren entspricht. (Titel der Originalausgabe, immerhin: "Dead run")
Bleibt trotzdem ein wesentlicher Vorwurf:
Der ärgerliche, weil unglaublich langweilige, unlogische und anscheinend lustlos heruntergeschriebene Schluß. (Immerhin rund 50 Seiten!) Wenn in diesem Thriller etwas mortifizierend ist, dann ist es dieses unglaubliche Ende. War das ganze Buch vielleicht nur ein Versuch des Autorenpaars, mit einer halbherzig hingeschluderten Fortsetzung an den Erfolg der ersten Romane anzuknüpfen?