Eigentlich eine nette Idee, den Roman "Gevatter Tod" als Comic umsetzen. Ich war wirklich gespannt. Gehört "Gevatter Tod" für mich doch zu den wahren Scheibenwelt-Klassikern und damit zum Besten, was Pratchett je geschrieben hat.
Der Comic besitzt aber so seine eigenen Tücken und Macken. Zwar ist die grafische Umsetzung sehr gelungen und führt all jene Leser, die bereits den Roman gelesen haben, sehr schnell in die Fantasiewelt um Tod, Mort, Albert und Ysabell. Aber mir fehlen im Comic viele Bereiche, die durch Zeichnungen und Sprechblasen nicht dargestellt werden können, aber unverzichtbar für einen sauberen Fluß einer erstklassigen Geschichte sind.
Der Comic kommt deshalb sehr holprig daher, macht viele Sprünge und kann sicherlich nur vom romankundigen Leser komplett nachvollzogen werden.
Pratchett-unkundige Comic-Fans werden keinen Spaß an diesem Comic haben, da der Wortwitz nicht einmal ansatzweise übertragen werden konnte. Ereignisse geschehen zu abruppt und sprunghaft und Hintergründe bleiben völlig nebulös.
Wer allerdings schon immer wissen wollte, wie man sich die Romanvorlage gezeichnet oder farbliche vorzustellen hat, wird sich mit dem Comic durchaus arrangieren können.
Ein letzter Wehmutstropfen ist der Umfang. Nach knapp 1 Stunde war der Comic "durchgelesen". Inakzeptable für eine Pratchett-Geschichte...