Um die Faszination Stephan Patrick Morrissey zu verstehen, muss man ihn erlebt haben, muss man die Hysterie der Fans spüren, die tiefe Verbundenheit zwischen ihm und dem Publikum und einfach diese Vergötterung dieses Mannes.
Um das am besten zu schaffen, eignet sich die DVD "Who put the 'M' in Manchester?" am Besten. Sie zeigt den Altmeister bei seinem 2004er Comeback im heimischen Manchester. Dass die Menschen dort ein besonderes Verhältnis zu ihrem Sohn haben wird überdeutlich. Obwohl die Haare grauer und lichter werden und sich die Rettungsringe trotz akkutem Fleischverzichts deutlich abzeichnen, so hat dieser Mann nichts von seiner Faszination verloren, nichts von seiner Bühnenpräsenz. Nein, viel mehr... er wirkt besser denn je.
Das Konzert als solches ist ein Zeugnis dieser besagten Anbetung. Es beginnt mit stimmungsvollen Impressionen von Manchester und Umgebung, damit auch der Leihe versteht, welche Gegend Morrissey so maasgeblich geprägt hat. Sowohl vor, als auch nach dem Konzert kommen Fans zu Wort, die versuchen das Phänomen Morrissey zu erklären. Und dazwischen... da fährt dieser Mann große Showmastergesten auf. Er beherrscht dieses Dandy-hafte, dieses galmouröse, geschmeidige Gestekulieren, wie kaum noch ein zweiter. Dazu kommen tolle Songs ohne Ende. Neben Stücken von seinem damaligen Comeback-Werk "You are the Quarry" präsentiert er auch kultige Solohits, wie "Everyday is like Sunday" oder "Jack the Ripper". Und wenn er und seine sehr gute Begleitband zu alten Smiths-Klassikern wie "Headmaster Ritual", "A Rush and a Push and the Land is ours" oder dem grandios emotionalen "There's a Light that never goes out" zum Finale greift, dann drehen die Massen eh durch. Die Arena in Manchester verwandelt sich zu einer wabenden Masse von Menschen, die ersten Reihen versuchen verzweifelt Morrissey zu greifen, viele versuchen auf die Bühne zu springen, nur um den Meister zu berühren, bevor sie von nem halben dutzend Sercurity-Männern unsanft entfernt werden. Diese Hysterie steht einer jungen Boygroup in nichts nacht und muss erlebt werden, um es zu begreifen. Dies macht das ganze zu einer sehr emotionalen Angelegenheit, die selbst den Meister persönlich nicht kalt lässt. Und das passiert eher selten.
Am Konzert gibt es nichts zu meckern. Sound und Bild sind bestens. Als Zugaben gibt es noch einige Festival-Tracks vom Sommer 2004. Hier ist die Euphorie noch eine Spur größer. Sehr beeindruckend. Als nette Dreingabe aber auch noch alle seine Musikvideos von 2004.
Für Morrissey und Smiths-Fans ist diese DVD bestens geeignet, aber auch als Einstiegsdroge für alle, die schon immer mal wissen wollten, was denn nun eigentlich so toll ist an diesem komischen Mann aus Manchester. Hier ist die Begründung!