Wer wollte nicht schon mal wie ein Pirat leben? Abenteuer bestehen und auf Schatzsuche gehen?
Genau dass ist es auch, was Hauptprotagonist und somit unser "Steuermann" in Treasure Island erleben will und muss.
Kennen lernen, werden wir Jim am Grab seiner Eltern und schnell wird klar, dass er vieles lieber tun würde als deren Gasthaus das "Admiral Benbows" weiter zu führen. Was noch dazu kommt, ist das er seit Tagen nur einen Gast hat, der zwar Rum in Massen trinkt aber nicht dafür bezahlt.
Was wir jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ist dass dieser Mann unser Leben ändern wird, denn er sorgt dafür, dass wir die Schatzkarte finden, die unseren zukünftigen Weg bestimmen wird und somit machen wir uns mit einer handvoll Auserwählter auf die Suche nach einem legendärem Schatz.
Eigentlich, ist die Idee ein Adventure basierend auf dem Kultroman "die Schatzinsel" zu gestalten toll, leider gelang es jedoch nicht, das Game mit einem eigenem Charme zu versehen wie es beispielsweise bei Monkey Island oder Jack Keane der Fall. Die Dialoge haben sowohl einen positiven, als auch einen negativen Effekt. Negativ, fällt der fehlende Wortwitz und die fehlenden Alternativantworten bei mehrfachem ansprechen auf. Gefallen will mir aber vor allem die Tatsache, dass Jim Hawkins keine vorgegebenen Sätze hat die er stur nachspricht, sondern man viel mehr Gedankensätze auswählt, die er dann im Dialog ausformuliert was dafür sorgt, dass man nie genau weiß, welcher Satz jetzt genau kommt. Eine kleine aber feine Abwechslung. Leider fallen auch die Spielwelten nicht nur positiv auf. Wenn auch sehr schön gestaltet, sind die Spielwelten recht klein ausgefallen und sorgen so dafür, dass sie zusätzlich zu den oft einfachen und vorhersehbaren Rätsellösungen die Spieldauer für Kenner des Genres wohl auf nicht mehr als 4-5 Stunden verkürzen dürften.
Was Treasure Island dann aber doch davor bewahrt über die Planke gehen zu müssen dürften die Charaktere wie zum Beispiel Long John Silver sein, die durchaus eine Piratenatmosphäre aufkommen lassen.
Sound:
Die Hintergrundmusik unterstreicht das Karibikfeeling und fügt sich sehr gut ins spielerische Gesamtbild ein und auch die Vertonung der Charaktere kann nur mit einem großen Lob versehen werden, da die ausgewählten Stimmen immer passend klingen und den ein oder anderen Charakter noch gruseliger oder authentischer erscheinen lassen.
Technisches:
Treasure Island hat eine gute Grafik und schön gestaltete Schauplätze, die dem karibischem Piratenfeeling nur zu gute kommen. Auch die Charaktere sind schön und detailliert gestaltet worden.
Gespielt wird genretypisch per Click & Point Steuerung, die sich ja seit Jahren mehr als nur gut bewährt hat.
Fazit:
Treasure Island wird wohl in diesem Piratenleben nicht mehr in die Ruhmeshallen der Adventurespiele einziehen dürfen und wahrscheinlich auch nicht in den folgenden, dafür liegt die Messlatte die von anderen Spielen dieses Genres aufgestellt wurde einfach zu hoch. Für Rätseleinsteiger dürfte es jedoch auf Grund seiner relativ leicht zu lösenden Rätseln eine Kaufüberlegung wert sein für Profis stellt es jedoch nur eine Sonntagnachmittagsbeschäftigung dar. Der Spielspaß fällt zwar nicht ins Wasser, streift jedoch hier und da schon das ein oder andere mal die Wasseroberfläche der sieben Weltmeere und erhält somit das Prädikat leichte Kost für zwischendurch.