Moin,
angeregt durch die doch durchwachsenen Bewertungen und durch die Tatsache, dass ich das Spiel jetzt auch kampagnenmäßig durch habe, wollte ich auch mal wieder mal meinen Senf dazu geben. Ich denke die technische Seite hat NEO schon gut beleuchtet, deshalb möchte ich mich mehr auf den Inhalt konzentrieren:
Das Add-On kann wahlweise als Zusatz zu Operation Arrowhead oder als Spiel mit eigenständiger Oberfläche (und Waffenkammer) installiert werden.
Es beinhaltet die DLCs "Private Military Company" und "British Armed Forces".
PMC scheint für mich die Hauptkampagne zu sein (14 Missionen), während BAF (4 Missionen) eher mit Eagle Wing aus ArmA2 zu vergleichen ist. Das soll nicht heißen, dass ich an BAF etwas auszusetzen hätte, nur ist die Länge durchaus vergleichbar. Jedoch sind die Missionen relativ umfang- und abwechselungsreich (Sprengsätze entschärfen, Attentäter zur Strecke bringen, Mörser ausschalten, Landezonen sichern...). Der Handlungsort beider Kampagnen ist wieder Takistan, allerding nach den in ArmA2 OA beschriebenen Vorgängen.
PMC beschreibt die Arbeit einer privaten Sicherheitsfirma in Takistan, die ihre Klienten beschützen muss. Diese Kampagne ist super gelungen. Schon die erste der 14 Missionen ist einfach von der Stimmung her unbeschreiblich, und deshalb für mich eine der besten Missionen von PMC. Man versucht in einer von Mörsern bombardierten Stadt seine Kameraden zu finden, was die gegnerische Infanterie jedoch zu verhindern weiß...
Im Folgenden sind sehr spannende und abwechslungsreiche Missionen zu finden (in erster Linie Eskortieren der Klienten (UNO-Ermittler), aber auch protestierende Personen verjagen, Drohnen abwehren, und einen SUV mit ordentlich Feuerkraft namens Black Betty fahren.
Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten:
Am Ende gilt es nach einem Streit zwischen "Stranger" und "Dixon" sich als "Poet" auf die richtige Seite zu schlagen. Hört sich erstmal gut an, aber ich glaube beim "Dixon"-Ende ist ein Bug aufgetreten, der die Beendigung der Mission verhindert: Nachdem ich nämlich die Villa gestürmt hatte und "Stranger" ausgeschaltet war, war das Beweismaterial nicht auffindbar. Außerdem wurde im Vorfeld durch einen Funkspruch klar, dass ich den Helikopter noch am Boden zerstört hatte, was auch mein Ziel gewesen war, aber der Heli blieb unversehrt. Auch nach einem bestätigten zusätzlichen Abschuss mit der Stinger, die ihn im übrigen nicht mehr als Wärmequelle wahrnahm und 4 Unterlaufgranaten, war der Heli immernoch heile, nur die Scheiben waren etwas eingedellt.... [Feedback gerne in den Kommentaren]
Das "Stranger"-Ende, indem man sich als Aufständischer verkleidet, funktioniert tadellos, aber hier ist es ratsam den SUV hinter dem Haus am rechten Rand der Stadt ,ca 50m vor dem Missionsziel, zu verstecken, da ihr am Ende ,falls ihr nicht schnell genug flieht, ein Panzer-Problem bekommt. Komischerweise dürfen euch die SUV-Fahrer sehen, d.h. ihr dürft offen am Straßenrand stehen ohne das die SUVs ausweichen oder bremsen...
An dieser Stelle noch ein paar Tipps:
Die Stinger in der letzten Mission befindet sich im hintersten Rebellenkamp, ein Mörser im Kamp davor
Beim Drohnenlevel ist es ratsam, sich mit der AA-12 in dem Tankstellenhäuschen zu verschanzen und durch die Tür hinauszuschießen.
So wie hat mir nun das Spiel insgesamt gefallen?
Einige von euch haben es sicher schon an der Sternzahl erraten haben: Sehr gut! Das Spiel ist in fast jeder Hinsicht ArmA 2 typisch: Es ist zwar nicht so verbuggt (das "Dixon-Ende" werte ich nicht, da es vielleicht an meiner evtl. falschen Vorgehensweise lag), aber wirklich nur für Leute zu empfehlen, die mit Frust umgehen können, da man bei vielen Missionen lange knobelt, nicht etwa wegen eingeschränkter Möglichkeiten, sondern weil die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt ist. Oft musste ich das Spiel für einige Wochen (!) weglegen, da ich einfach keine Lust mehr hatte. Es ist also kein Spiel für "mal so zwischendurch" oder eins wo man die Kampagne schnell durchgespielt hat (die ArmA 2 Kampagne habe ich immer noch nicht durch), sondern eher eines, mit dem man lange "zu kämpfen" hat.
Wettgemacht wird das alles durch den durchaus sympathischen Charakter Frost/Poet, der bei BAF mit seinen kurzzeiligen Gedichten und bei PMC mit seiner Sichtweise genau meine Stimmung getroffen hat. Beim Gameplay finde ich es auch realistisch, dass gefallene Teamkameraden außer Sichtweite ersteinmal zweimal mit "Report status!" angefunkt werden, bevor verkündet wird: "2 is down". Negativ zu bemerken ist die immer noch fehlende Nachladeanimation, in der der Soldat auch ein Magazin in der Hand hält. Das geht bei älteren Spielen (als Beispiel Hidden an Dangerous 2 aus einem ähnlichen Genre), warum also hier nicht?
Leider bekomme ich auch die Punkte der beiden Kampagnen nicht in der Reinforcements- Waffenkammer gutgeschrieben.
Alles in allem ist dies aber kein Grund dem Spiel auch nur einen Stern abzuziehen, da es das Spielgeschehen nicht beeinflusst. Alle die noch keinen ArmA2teil besitzen sollten sich erstmal ArmA2 OA zulegen, da dort die Handlung eingeleitet wird und es nicht so unbedingt auf super Flugkünste ankommt (außerdem finde ich es abwechslungsreicher und einfacher als ArmA 2). Bei PMC müsst ihr nämlich Hubschrauber fliegen, schwer genug und wenn dann noch der Heckrotor ausfällt....
Aber ich möchte nicht zu viel verraten und ich hoffe, ich habe euch neugierig gemacht. Also übt schonmal fleißig Heli fliegen!
In diesem Sinne
MfG
Ein Kunde