Meine Rezension stellt keine Inhaltsangabe dar, sondern gibt meine persönliche Meinung wieder, die ich zu dem Buch habe und ja auch Sinn und Zweck einer Rezension ist.
Lässt sich so nicht direkt mit Cupido, dem Vorgänger, vergleichen, es ist auch ein Fehler dies zu tun!
Die einzigen Gemeinsamkeiten sind meiner Ansicht nach die involvierten Personen und dass zur Erklärung von verschiedenem Verhalten und der Vorgeschichte der Beteiligten immer wieder die Geschichte aus dem Vorgänger-Roman Cupido einfließt und eben, dass es auch wieder um einen Serien-Mörder geht.
Das war es dann aber auch schon an Gemeinsamkeiten.
Die Einflechtungen der Vorgeschichte sind meiner Ansicht nach spitzenmäßig gelöst worden und machen so den Leser von Morpheus neugierig, die Cupido nicht kennen, was denn da genau passiert ist, jedoch ist es meiner Meinung für das Verstehen der Story nicht unbedingt notwendig, den Roman Cupido genau zu kennen, jedoch auf jeden Fall interessant, die Formung der Personen mitzuerleben.
Leser, die mit Morpheus eine absolute Fortsetzung von Cupido erwarten, machen hier schon den ersten Fehler:
Es ist keine direkte Fortsetzung von Cupido, eher eine Indirekte, da das Gänsehaut-Feeling auf ein anderes Terrain des Gänsehaut-Verursachens verlagert wurde.
Nicht die Taten des Serien-Mörders sind hier die Ursache, sondern das WARUM der direkten (und auch indirekten) Opfer.
Der zweite Fehler, den Cupido-Kenner machen ist, dass sie vergessen, dass Morpheus erst drei Jahre später die Story weitererzählt.
In den Rückblenden werden diese drei Jahre zwar gefüllt, für den einen und anderen Leser vielleicht nicht ausreichend, doch ich finde, genau richtig.
Der dritte Fehler wird gemacht, wenn man meint, die Autorin hätte nur den Stil von Cupido drauf und kann nur durch die detailgetreuen Schilderungen der durchgeführten und vorgefundenen Verletzungen der Opfer schocken, weil hier einfach der psychische Druck eine eher untergeordnetere Rolle spielt.
Bei Morpheus ist es genau umgedreht!
Als Kritikpunkte meinerseits kann ich nur anführen, dass mir zu wenig auf die Sichtweise(n) der Serien-Täter eingegangen wurde.
Schade zwar, aber auch nicht zu tragisch.
Die Story spielt drei Jahre später, warum hat der Rächer und Vertuscher denn so lange still gehalten?
Ebenso nervte mich doch ein wenig das Ende:
Zuerst kommt der Showdown dann doch überraschend schnell und dadurch ein wenig dünn und dann ist es noch nicht mal ein richtiges Ende!
Aber das lässt auf einen weiteren Teil um C.J., Dominik und vor allem William hoffen und ich bitte darum, dass es auch folgt!
Achja:
Dass die Autorin eine ehemalige Staatsanwältin ist, merkt man an den Schilderungen der Hierarchien und den Erklärungen der Zusammenarbeit der einzelnen Instanzen in Morpheus deutlicher, aber ich fand das nicht störend, sondern eher interessant, denn es ist dem potentiellen Leser ja schon vorher bekannt, wenn er sich die kleine Mühe macht und die kurze Info zur Autorin durchliest.
Für mich ist es normal, dass ich die Hintergrund-Information zur Autorin überfliege, bevor ich mich für ein Buch entscheide, gehört bei mir einfach dazu.
Fazit:
Absolut lesenswert und spannend (mit vereinzelten Längen, die aber nicht wirklich störend sind).
Aber bitte nicht den Fehler begehen, Morpheus mit Cupido direkt zu vergleichen, sondern Morpheus einfach als Fortsetzung um die Hauptpersonen C.J, Dominik und William sehen, die die Ereignisse DREI Jahre später schildert.