So genau weiss ich garnicht, was ich schreiben soll, über ein Buch, bei dem ich auf der zweiten Seite schon dachte, ich sollte es einfach weglegen und mir ein anderes nehmen. Doch ich habe bei dem hochgelobten Science-Fiction-Klassiker von John Brunner nicht aufgegeben, durchgehalten und mit immer mehr Begeisterung die Geschichte bis zum Ende verfolgt.
Was mir mit diesem Buch Probleme bereitet hat, ist die Tatsache, dass John Brunner nach recht kurzen Kapiteln immer wieder zwischen verschiedenen Schauplätzen hin und her springt, die, wenn überhaupt, nur entfernt miteinander zu tun haben. Hier und da spinnt er mal einen roten Faden ein, doch weit kommt der unbedarfte Leser anfangs nicht damit.
In vielen verschiedenen Handlungssträngen versucht Brunner uns die Welt von Morgen näherzubringen. Das, was er - 1968 - glaubte, wie es heute bei uns aussehen müsste. Nun ehrlich, ein großer Teil davon ist heute noch Fiktion, doch einige der Punkte sind erschreckend realistisch und der Rest dürfte in den nächsten Jahrzehnten automatisch auf uns zukommen.
Nebenbei betreibt Brunner bei seinen Protagonisten, von denen es nicht nur wie üblich einen oder zwei gibt, sondern jede Menge, eine Charakterentwicklung, die die Personen lebensecht erscheinen lässt. Eine Entwicklung, die viele andere Autoren vermissen lassen.
All seine Zukunftsvisionen finden am Ende des Buches dann doch in eine gemeinsame Linie, verflechten sich immer weiter miteinander. Und genau das macht das Buch um so spannender.
Eine klare Empfehlung für dieses Buch kann ich einfach so nicht aussprechen. Es ist keine leichte Kost, wie so viele Science-Fiction. Es ist anspruchsvoll. Wer Raumschlachten und Venusbabes mag, sollte die Finger davon lassen. Wem der Sinn nach Characterbuilding vom Feinsten und Utopie mit wenig Action steht, der ist hier genau richtig.