Mit diesem Buch hat sich Brunner seine wachsenden Sorgen angesichts der globalen Verhältnisse und vor allem auch der Bevölkerungsentwicklung, wie sie sich ihm Mitte der sechziger Jahre darboten, von der Seele geschrieben. Der Roman ist unverkennbar ein Kind der New Wave, die sich damals nicht nur thematisch, sondern auch stilistisch neue Bereiche erschloss. Fragmentierung und Zersplitterung des Textes durch Nebenhandlungen, Einsprengsel und Kurzkapitel zeichnen ein detailfreudiges Bild einer hektischen, ungemütlichen Welt mit ihren "rassenhygienischen" Gesetzen. „Stand On Zanzibar" wirkt wie die gelungene Generalprobe für das später erscheinende „The Sheep Look Up". Was hier noch skeptisch und düster ist, ist vier Jahre später bereits hoffnungslos und pechschwarz, der warnend erhobene Zeigefinger ist zum gesenkten Daumen geworden. Diese beiden Romane stellen nicht nur einen Höhepunkt in Brunners literarischem Werk dar, sondern bilden auch einzigartige dystopische Glanzpunkte am SF-Himmel, Klassiker mit "Anspruch".