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Die Morgenlandfahrt, Eine Erzählung,
  
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Die Morgenlandfahrt, Eine Erzählung, [Unbekannter Einband]

Hermann: Hesse
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Frankfurt/Main, Suhrkamp 1957, (1957)
  • ASIN: B002ZJG7HO
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.028.040 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine Reise ins Innere 11. April 2003
Format:Taschenbuch
Was an dieser kleinen Erzählung Hesses so sehr anrührt, ist zum einen die völlige Verschmelzung der inneren und äußeren Welt, die seit dem spirituellen Aufbruch der westlichen Welt, ihrer Orientierung hin zu östlichen Philosophien, zum 'Morgenland' eben, für viele schon Teil der Erfahrung geworden ist, zum anderen und vor allem aber die wunderbare Erlösung des Erzählers aus seinem bemitleidenswerten Befangensein in Irrtum und Verzagtheit und trotzigem Leugnen erlebter geistiger Einheit hin zu erneuter vertrauensvoller Hingabe. Am Ende steht seine Bereitschaft zur Selbstauflösung nicht in ein nihilistisches Vakuum, sondern in eine höhere Einheit. Da aber jedes Individuum vor dieser Wahl steht, nämlich entweder während seines Lebens irgend etwas zu tun und dann sang- und klanglos zu vergehen oder sich selbst zur höchstmöglichen Blüte zu entfalten und so viel wie möglich von dem, was es auf diesem Weg erworben hat, wieder auf eine Weise abzugeben, dass viele etwas davon haben, darum geht diese Erzählung jeden etwas an.

Wie universell dieses Buch ist, habe ich unter anderem dadurch erfahren, dass noch jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe, es lesen wollte, was mich dann oft veranlasste, es zu verschenken, ich weiß nicht mehr, in wie vielen Exemplaren im Laufe der Jahre. Und es gab niemanden, der nicht begeistert war.

Wer sich hier schon über den Inhalt informieren möchte, dem sei die hervorragende Kindler-Rezension empfohlen. Ich fasse mich daher entsprechend kurz.

Was zunächst wie eine Reise durch 'wirkliche' geographische Gegenden zu beginnen scheint, entpuppt sich allzu bald als eine Reise ins Innere, doch je weiter der fiktionale Chronist vertrauensvoll in dieses Innere vordringt, desto mehr zweifelt er am Sinn dieser Reise und hat zu dem Zeitpunkt, da er mit der Niederschrift seines Berichts beginnt, sogar schon begonnen, die Wahrheit seiner Erinnerungen in Frage zu stellen. Doch nichts ist hier wie es zu sein scheint. Weder ist der bescheidene Diener und Bundesbruder Leo überhaupt verschwunden noch ist er überhaupt ein Diener, sondern vielmehr der Oberste der Oberen im Bund der Morgenlandfahrer. Jedoch auch wenn der Chronist vieles falsch in Erinnerung hat (ein Lehrstück in selektiver Wahrnehmung und subjektiv-falscher Interpretation), ist er tatsächlich nie abtrünnig geworden, wie er geglaubt hat, und das Bewahren der Wahrheit ist seine eigentliche Aufgabe.

Der lineare und nur einmal unterbrochene Handlungsverlauf dieser Geschichte wird natürlich erst durch die wunderbare, schon früh an Übersetzungen geschulte Sprache Hermann Hesses zum Meisterwerk. Wer nach einer inspirierten Fortführung der Gedanken aus dem 'Steppenwolf' gesucht hat und sich irgendwann einmal an das 'Glasperlenspiel' begeben möchte, findet hier das fehlende Glied der Kette. Und mancher mag dabei den Morgenlandfahrer in sich selbst entdecken.

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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
So viel Wahrheit... 26. Oktober 2003
Von "-pain-"
Format:Taschenbuch
"Morgenlandfahrt" ist nicht wirklich die Geschichte dieser bedeutsamen Reise; es ist vielmehr ein Bericht über die Niederschrift der solchen, über Gewissenskonflikte, die Schwierigkeit darin, die Erfahrung auf Papier zu bringen, gerade wenn man sich anmaßt, dies zu können, aber sich nicht einmal genau zu erinnern vermag.
Und dann ist da noch der Diener Leo, der damals auf dem Bundeszug so plötzlich verschwand, somit alles durcheinanderwarf und Zweifel unter den Teilnehmern sähte. Der Erzähler kann sich immer noch nicht von der Erinnerung an ihn losreissen...
Hermann Hesses Gabe, Gefühle und Gedanken so zum Ausruck zu bringen, dass man sich hineinfühlen, sich damit identifizieren kann, ist beeindruckend. Auch dieses Buch lässt den Leser nachdenklich zurück.
Nach einem meiner Meinung nach etwas zähen Anfang steigert es sich merklich. Ich kann für eine Geschichte, in der so viel Weisheit steckt, nichts anderes als 5 Sterne geben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von KalyanaMitrah TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Hesse skizziert die Regungen des Verstandes und die Reinigung des Gewissens wie kaum ein anderer Schriftsteller es vermag...

Er zeigt auch in diesem Buch auf, wie meisterhaft er versteht, die Macht und Machtlosigkeit der Worte vor Augen zu führen. Die Morgenlandfahrt ist die Reise nach Innen, nach Osten, nach dem Jenseits, der Weisheit des Lebens im Augenblick, das Abenteuer der Selbstfindung und der Traum der Einswerdung mit dem bedeutsamen Ganzen: dem Bund des Lebens! "Und ihr wisset, sobald das Leid groß genug ist, geht es vorwärts... Diesseits dieser Verzweiflung leben die Kinder, jenseits die Erwachten..." (91f)

Die hundert Seiten habe ich an zwei Nachmittagen mit wachsender Begeisterung gelesen. Dabei habe ich Bilder, Farben, Töne, Klänge, Melodien, Stimmungen, Täuschungen und Ent-Täuschungen miterleben dürfen. Hesse hat wie im "Steppenwolf" und "Demian" einen Teil des Weges seiner Selbsterkenntnisreise nachgezeichnet und beschreibt die Schwierigkeit, eben dies zu tun. Zugegeben, die ersten 20 Seiten erschienen mir etwas schleppend, doch könnte dies nicht am Aufbau des Buches, sondern an der eigenen Erwartungshaltung liegen?

Der Protagonist H.H. erzählt aus der Ich-Perspektive seine Erfahrungen, Fehlinterpretationen, Einbildungen und Projektionen. Wir erfahren nach und nach, was es heißt, die eigene Verzweiflung und Entmutigung anderen Menschen anzudichten und aufzulasten, um schließlich zu merken, dass sich Dünkel mit dem Deckmantel der Demut tarnen kann und dass Übereifer und Geltungsdrang (also Symptome eines aufgeblasenen Egos) nicht Loyalität beweisen, sondern etwas ganz Anderes darstellen: "Novizendummheiten... die sich dadurch erledigen, dass wir über sie lächeln." (87)

Klare Leseempfehlung fürs nächste Wochenende. Ein einzigartiger Lesegenuss. Ich wünsche Dir von Herzen viel Freude und Einsicht.
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