Rußland im 2. Weltkrieg: das Hinterland im Norden. Eine kleine Siedlung mit Holzhütten, von Mannsvolk fast entblößt - bis auf die Soldaten der kleinen Garnison. Die machen aber dem Kommandanten, dem schnauzbärtigen knarzigen Starschi-Sergeanten Fedot Waskow zu schaffen, geben sich zu gern mit Wodka und Weiberröcken ab. Auf Waskows Klagen hin verschafft ihm sein Major rasch abstinenten Ersatz, doch ist der Starschi verdutzt, als sich die neue Flakbesetzung bei ihm meldet: eine Gruppe kriegsfreiwilliger und - eigenwilliger junger Frauen. . . Die nehmen es mit der geheiligten Dienstvorschrift in anderer Hinsicht nicht so genau, was Waskow fast zur Verzweiflung bringt, doch während eines nächtlichen Luftangriffs kämpfen sie diszipliniert und tapfer. Einige der Mädchen haben schon Tragisches hinter sich: Rita, die schöne Untersergeantin mit den rätselhaften dunklen Blicken, hat ihren Mann in den ersten Kriegstagen verloren, die ganze Familie der lebenslustigen Shenja samt ihren jüngeren Geschwistern wurde erschossen, die jüdische Sonja, die so gerne Gedichte liest, ist seit dem Fall von Minsk in Ungewissheit über das Schicksal ihrer Eltern.
Es sind keine Amazonen, sehnen sie sich alle doch eigentlich nach einem Glück im Frieden. Reibereien bleiben nicht aus, doch wird der Kriegsalltag eher kameradschaftlich bewältigt - und durch Flucht in die Träume. Auch Wasko rauft sich schließlich mit den Mädchen zusammen.
Eines Morgens sichtet Rita im Wald zwei deutsche Fallschirmjäger: ein Sprengkommando. Wasko macht sich mit fünf der Mädchen an die Verfolgung. Doch es stellt sich heraus, daß die zudem besser bewaffneten Deutschen auch zahlenmäßig überlegen sind. Während dank einer Kriegslist Zeit gewonnen wird, eilt Lisa, die heimlich in den Starschi verliebt ist, durch die Sümpfe zurück, um Verstärkung zu holen. Doch bald entspinnt sich in den einsamen Wäldern ein ungleicher Kampf. . .Während die kleine Truppe im Kampf menschlich immer mehr zusammenwächst, wachsen auch dem Zuschauer Fedja, Lisa, Rita, Shenja, Sonja und Galja immer mehr ans Herz.
Im Morgengrauen ist es noch still" vermeidet wohltuend jedes Pathos, große Gesten und große Worte bleiben aus. Eisensteinsche Qualität haben die schwarzweißen Bilder, so daß kleinere Kameraunsicherheiten nicht ins Gewicht fallen, und nicht zufällig scheint mir der Blick auf die einsame bewaldete Seenlandschaft, in denen sich der Kampf abspielt, das Lewitansche Bild "Zur ewigen Ruhe" zu zitieren.
Mögen die Rückblicke im ersten Teil etwas langatmig wirken, so steigert sich die Haupthandlung doch von der zeitweilig geradezu idyllischen Atmosphäre des ersten Teils ("Im Hinterland") zum unerbittlichen Geschehen im "Gefecht von lokaler Bedeutung". Die beiden Teile gehen nahtlos ineinander über und sollten direkt hintereinander gesehen werden.
Stanislaw Rostozki, der auch den bewegenden Film "Weißer Bim-Schwarzohr" geschaffen hat, ist hier ein Werk von dramatischer Dichte und klassischer Schlichtheit gelungen.
Zu bedauern ist nur, dass lediglich die DEFA-Synchronisation und kein O-Ton als Tonspur vorliegt.