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Morgen wird alles schlimmer: Berichte aus Palästina und Israel
 
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Morgen wird alles schlimmer: Berichte aus Palästina und Israel [Gebundene Ausgabe]

Amira Hass , Sigrid Langhaeuser
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 212 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (20. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406549683
  • ISBN-13: 978-3406549687
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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?Amirah Has
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In einem ergreifenden und sehr persönlichen Buch berichtet die israelische, in Ramallah lebende Journalistin Amira Hass vom Leben der Menschen in Gaza und dem Westjordanland. Ihre Aufzeichnungen reichen bis zur jüngsten Gegenwart nach dem Wahlsieg der Hamas und geben uns überraschende Einblicke in einen Alltag zwischen Ausweglosigkeit und Überlebenswillen. Seit 2001 wendet sich die israelische, in Palästina lebende Journalistin Amira Hass jede Woche einmal an ihre Freunde in Europa und schreibt einen Brief an die italienische Zeitung Internazionale. Ihr Motiv? "Ich will beschreiben, was ich sehe und was in mir vorgeht", sagt sie. Entstanden sind auf diese Weise prägnante und schonungslose Miniaturen aus dem Alltag des israelisch-palästinensischen Konflikts, deren Tugend die genaue Beobachtung ist: dort hinzusehen, wo andere wegschauen oder gar nicht erst hinfahren. Brief für Brief zeichnet sie eine Landkarte der Gewalt, der Angst und des Hasses, der Illusionen, Mißverständnisse und der Hoffnungslosigkeit, aber auch der Intifada im ursprünglichen Sinn: des spontanen zivilen Ungehorsams. Im Zentrum ihres Interesses stehen die Menschen, die in Gaza und dem Westjordanland leben: junge israelische Soldaten und militante Fatah-Aktivisten, ein Künstler aus Jordanien, der auf der Suche nach seinen Wurzeln ist, ein Taxifahrer, der beide Seiten kennt, ein Ehepaar - der Mann ein Palästinenser aus Ramallah, die Frau eine israelische Palästinenserin -, das überall illegal ist, und immer wieder Kinder, denen der Krieg zu ihrer natürlichen Umgebung geworden ist und die doch das wenige an Hoffnung verkörpern, das den Menschen dort noch geblieben ist.

Über den Autor

Amira Hass ist Korrespondentin der israelischen Zeitung Ha'aretz und lebt seit über sechs Jahren als erste und einzige israelische Journalistin in Gaza und der Westbank, derzeit in Ramallah. Für ihre ungewöhnlichen und mutigen Reportagen wurde sie mit dem World Press Hero Award ausgezeichnet. 2002 erhielt sie den niederländischen Prince Claus Award sowie den österreichischen Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte. Im Verlag C.H. Beck erschien 2003 ihr Buch Gaza - Tage und Nächte in einem besetzten Land.

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Alltagsdramen aus Palästina - wie auch ich sie erlebe!, 13. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Morgen wird alles schlimmer: Berichte aus Palästina und Israel (Gebundene Ausgabe)
Ganz besonders möchte ich aufmerksam machen auf das neue Buch von Amira Hass "Morgen wird alles schlimmer". Wer sich nicht nur für ein paar Stunden zu einem Kurztrip nach Palästina begibt, sondern immer wieder (wie ich)über Wochen hinweg Menschen wie Ali, Ahmed, Sharif, Elias, Jonny, Issa und wie sie alle heissen, begegnet, der stößt täglich auf solche und ähnliche Geschichten, wie Amira Hass sie erzählt.

Es ist ein mehr als notwendiges Buch, weil es Lebenssituationen und Schicksale von Menschen und Familien in Palästina beschreibt, die für uns Europäer nicht nur unglaublich, ungeheuerlich, nicht der Realität entsprechend, nicht im 21. Jahrhundert für möglich zu halten sind, aber täglich x-fach geschehen. Ich bin Amira Hass sehr dankbar, dass sie solche Alltagsgeschichten endlich ins Wort gefasst hat - auch wenn sie nur ein Ausschnitt und Bruchteil von menschlichen Dramen aus einem für uns undenkbaren Lebensalltag sind - und das ganz in unserer Nähe. "Morgen wird alles schlimmer" beschreibt genau die Situation, die sich seit Jahren und aktuell jenseits unserer Medien und offiziellen Berichterstattung in Palästina ereignet. Deswegen ist es unverzichtbar!

P. Rainer Fielenbach, Straubing
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Engagierte Reportagen mit einem resignierten Unterton - ein wichtiges Buch zu einem Thema ohne Ende, 6. November 2007
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Morgen wird alles schlimmer: Berichte aus Palästina und Israel (Gebundene Ausgabe)
In Jessica Durlachers letztem Roman "Emoticon" lässt sie ihre männliche Hauptfigur an einer Stelle ein engagiertes und leidenschaftliches Votum zum Thema des zu besprechenden Buches abgeben. Daniel, in Holland aufgewachsenes Kind mit einem israelischen Vater entdeckt seine jüdischen Wurzeln und befasst sich ausgiebig mit dem Nahost-Konflikt, speziell mit der Situation der Palästinenser. Er spricht in einem Streitgespräch mit Ester, der Freundin seiner Mutter, die in dieser Frage eine eher ausgeglichenere Meinung vertritt , das aus, was J. Durlacher vielleicht selbst meint, was jedenfalls nicht nur bei Juden eine weit verbreitete Ansicht darstellt:

"Es ist einfach unerträglich, daß die Araber dieses Land zu zerstören versuchen, es ist unser Land. Ich kann das ganze Problem mit den Palästinensern nicht verstehen, weißt du. Ich habe alles über die Geschichte. Über die Staatsgründung, die Balfour Declaration und so gelesen. Wie können sie sich als Opfer hinstellen? Hier lebten doch kaum Araber, als die Juden kamen und das land erschlossen und fruchtbar machten! Und als dann alles wuchs und gedieh, riefen sie plötzlich, wir hätten es ihnen weggenommen ! Also wenn du mich fragst, ist das total simpel: Sie hassen uns und sie wollen nicht daß wir, die Juden, auch ein eigenes Land haben. Sie sind neidisch, weil wir, die Juden, die sie immer verachtet haben, einen modernen Staat aufgebaut haben, und sie das nicht schaffen."

Wenn man die Berichte der israelischen Journalistin Amira Hass liest, von denen C.H.Beck nun den mittlerweile vierten Band vorlegt, stellt sich die Situation und die Ursache des Konflikts ganz anders dar.

Als Korrespondentin der großen liberalen israelischen Tageszeitung Ha`aretz zog sie 1993 nach Gaza und lebt seitdem in Ramallah. Damals, so berichtet sie am 18. Juni 2004, als ihr in Stockholm der Anna-Lindh-Preis verliehen wird, hatte sie die Hoffnung, in den kommenden Jahren von einem Friedensprozeß berichten zu können, der endlich Gerechtigkeit und Demokratie für die Palästinenser bringen würde. Doch es kam anders, wie sie schreibt:

"Meine Frustration begann nicht erst im September 2000 ( Beginn der zweiten Intifada, d.R.). Schon lange vor diesem Zeitpunkt machte ich von dem Vorzug Gebrauch, unter Palästinensern zu leben, und lieferte Fakten, die der allgemeinen Annahme widersprachen, daß ein Friedensprozeß im Gange sei und jedermann glücklich sein müsste. Ich sprach von Israels Politik vor Ort, die in krassem Gegensatz zu jeder Vorstellung von Frieden stand, so zum Beispiel von den Siedlungen und davon, wie eine Politik der Abriegelung entwickelt wurde, welche die israelische Version des Apartheidsystems ist. Ich interviewte palästinensische Intellektuelle, die davor warnten, daß die Situation auf der Kippe stehe, daß es jederzeit zu einer Explosion kommen könne. Ich sorget dafür, daß dies veröffentlicht wurde. Ich konnte nicht garantieren, daß meine Berichte gelesen würden, und noch viel weniger, daß die richtigen Schlüsse daraus gezogen würden. Zum Beispiel der Schluß, daß Israel nicht daran arbeitete, Frieden zu schließen, sondern daran, vom Friedensprozeß zu profitieren, die Zeit der Verhandlungen als Gelegenheit zu nutzen, die Siedlungen zu erweitern und dafür zu sorgen, daß nur ein geschwächter, nicht lebensfähiger palästinensischer Staat entstehen kann."

Amira Hass entwickelt eine Haltung eines engagierten Journalismus, dessen Aufgabe es sei, die Machthaber zu beobachten, Unterdrückung aufzuspüren und ihre Merkmale und ihre Wirkung auf die Menschen zu verfolgen, die Beziehungen zu beobachten, die sich zwischen den Machthabern und den Unterdrückten entwickeln.

Und so beschreibt sie jede Woche Szenen und Menschen, die erschütternd sind. Sie zeichnet ein Bild eines geschundenen Volkes und einer israelischen Gesellschaft, die sich durch den Konflikt immer weiter von ihrem inneren Kern entfernt.

Mit flammenden Worten beschreibt Amira Hass die Rolle der israelischen Armee und die absolute Unverhältnismäßigkeit, mit der sie auftritt. Sie schildert den Haß einer ganzen Generation von Palästinensern, der sich notgedrungen in Gewalt und Selbstmordattentaten Luft verschaffen müsse. Wohlgemerkt: anders als etwa der kanadische Moralphilosoph Ted Honderich in seinem vom Markt genommenen Buch "Nach dem Terror" rechtfertigt Amira Hass diese Anschläge nicht. Dennoch greift sie meiner Meinung nach mit ihrer historischen Analyse des Konflikts viel zu kurz. Und man muß weit, sehr weit zurückgehen, um wirklich zu begreifen, wie die ganze Sache angefangen hat. In dem u.a. von Doron Rabinovici bei Suhrkamp herausgegebenen Band "Neuer Antisemitismus?", der sich vor allen Dingen mit dem historischen und aktuellen Antisemitismus der Linken auseinandersetzt, sagt der amerikanische Philosoph Michael Walzer in einem Gespräch unter anderem:

"Gewiß, die Juden wurden aus Europa vertrieben, und die Palästinenser sind in einem gewissen Sinne die Opfer des europäischen Antisemitismus. Doch in der Geschichte des Nahostkonflikts gab es mehrere Schlüsselmomente, in denen ein palästinensischer Staat hätte entstehen können, ein souveräner Staat, der die Opferrolle des palästinensischen Volkes beendet hätte. Wenn die Palästinenser auch weiterhin Opfer sind, dann ist dafür zu einem großen Teil die Politik ihrer eigenen nationalen Befreiungsbewegung verantwortlich. Die arabischen Staaten haben 1948 den Krieg begonnen, gegen den Teilungsbeschluß der Vereinten Nationen. Sie haben sich anschließend geweigert, die Flüchtlinge einzugliedern, und sie haben jeden Versuch der Vereinten Nationen, die Flüchtlinge aus ihren Lagern herauszubekommen, abgelehnt. Wessen Opfer sind also die Palästinenser ?"

Dieser Blickwinkel muß eingenommen werden, sonst wird das Bild schief. Amira Hass schreibt (zumindest nicht im vorliegenden Buch) nichts über die Milliardensummen, die aus UN- und EU-Mitteln in der Vergangenheit in den Gaza-Streifen und das Westjordanland geflossen sind, vor allen Dingen nichts darüber, wohin sie geflossen sind, in die Taschen korrupter Funktionäre und Terroristen wie Arafat, denen das Leiden ihres Volkes notwendiger Bestandteil ihrer eigenen Machtsicherung war und nach wie ist.

Sie schreibt wohl über die innerpalästinensische Konflikte zwischen PA, Fatah und der Hamas, sie benennt die Korruption, aber sie dringt nicht in die sozialpsychologischen Ursachen vor, wie dies jüngst Henryk M. Broder in seiner genialen Polemik "Hurra, wir kapitulieren!" getan hat.

Amira Hass` Reportagen haben trotz ihres Engagements einen resignativen Unterton, der sich daraus speist, daß sie in ihrem eigenen israelisch-jüdischen Volk so wenig Aufbruch spürt:

"Aber die wirtschaftliche Misere, die Wut und die ständige Angst vor palästinensischen Anschlägen müden in Israel nicht in eine emanzipatorische Massenbewegung. All diese Dinge führen nicht zu einem allgemeinen Protest, einem rebellischen Bewußtsein und der Ablehnung der israelischen Besatzung, der apartheidähnlichen Politik und der offenen Diskriminierung nach ethnischer Herkunft. All das sind Gründe für den Titel dieses Buches."

Vielleicht schafft es ja die Wirkung von David Grossmanns Klagerede am Jahrestag der Attentats auf Premier Jitzhak Rabin. Der Schriftsteller Grossmann, der im jüngsten Krieg gegen die Hamas einen Sohn verloren hat, zieht eine bittere Bilanz und benennt, ähnlich wie Amira Hass, daß der Staat Israel in erstaunlich kurzer Zeit in Hartherzigkeit, ja schiere Grausamkeit gegenüber den Schwachen, Armen und Leidenden verfallen ist. Er fürchtet, es könne für eine vollständige Genesung jenes Gemeinwesens, das Hoffnung und Haltepunkt für die Juden in der Welt ist, bald schon zu spät sein.

Und er wendet sich direkt an den anwesenden Ministerpräsidenten Olmert:

"Wenden Sie sich an die Palästinenser, Herr Olmert. Sprechen Sie sie über die Köpfe von Hamas hinweg an. Wenden Sie sich an die Gemäßigten unter ihnen, diejenigen, die Hamas und ihre Politik ebenso ablehnen wie Sie und ich. Wenden Sie sich an das palästinensische Volk. Sprechen Sie die tiefe Verwundung dieser Menschen an, erkennen Sie ihre fortwährenden Leiden an... dem schlichten menschlichen Mitgefühl wohnt die Kraft einer Naturgewalt inne, gerade bei Stilstand und Feindschaft.. Sie werden ein Volk erblicken, das nicht weniger gepeinigt ist als wir. Ein besetztes, deprimiertes Volk ohne Hoffnung. Gewiß sind die Palästinenser mit schuld, daß wir in der Sackgasse gelandet sind. Gewiß haben auch sie erheblichen Anteil am Fehlschlagen des Friedensprozesses. Aber betrachten Sie sie einen Moment anders. Nicht nur die Extremisten unter ihnen. Nicht nur diejenigen, die ein Interessenbündnis mit unseren Extremisten haben. Schauen Sie auf die entscheidende Mehrheit dieses bedauernswerten Volkes, dessen Schicksal mit unserem verknüpft ist, ob wir wollen oder nicht. Sprechen Sie sie an. Machen Sie ihnen ein Angebot, das die Gemäßigten unter ihnen akzeptieren können. Legen Sie ihnen ein Angebot vor, das sie vor die Entscheidung stellt, ob sie es annehmen oder weiterhin als Geiseln des fanatischen Islams bleiben wollen. Wenn Sie zögern , werden wir uns bald in die Zeiten zurücksehnen, in denen der... Lesen Sie weiter... ›
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