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Morgen, morgen, wird alles zum guten Ende kommen! [Gebundene Ausgabe]

Thomas Gatzemeier
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Soll und Haben Verlag; Auflage: 1 (26. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 398134233X
  • ISBN-13: 978-3981342338
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 61.434 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Edgar Wünschel, studierter Mathematiker, arbeitete in der DDR als Friedhofsgärtner, ging mit seiner Frau nach Westdeutschland und fand keinen angemessenen Job. Sie verließ ihn, weil er trank, und er wurde, nach einem Besuch des Gerichtsvollziehers, Aktienhändler an der Frankfurter Börse. Wieder in Leipzig, nun als Leiter des »Eigenhandels« einer großen Bank, dreht er ein erfolgreiches, aber auch hochriskantes Rad. Er hat schnellwechselnde Frauenkontakte, einen Porsche, eine Designerwohnung und einen Kühlschrank, der zu jeder Zeit Eiswürfel für Drinks bereithält. Edgar ist vom rational-mathematischen Denker zum Spekulanten geworden und frönt den Insignien des Erfolgs. Auf einem Segel-Törn verletzt er sich und wacht im Krankenhaus neben einem ehemaligen hohen Funktionär der SED auf. Die erste Finanzkrise beginnt. Ihm wird klar, welchem Trug alle aufgesessen sind und mit welchen Methoden die Bank gearbeitet hat. Edgars jugendlich rebellischer Geist bricht wieder hervor. Er ersteigert liegengebliebene Gepäckstücke und schüttet den darin befindlichen Unrat im Büro seines Vorstandsvorsitzenden aus. Die karrierebewußte Tochter eines schwäbischen Bankers, mit der er gern geschlafen hätte, beschimpft ihn als Verräter. Edgar fährt zu seinem Jugendfreund. Zieht sich am darauffolgenden Morgen, noch unter Alkohol stehend, einen alten sowjetischen Trainingsanzug an. Geht in die Bank, kündigt und handelt mit dem inzwischen ausgetauschten Vorstand eine beachtliche Abfindung heraus, geht in sein Büro zurück und sieht auf den Monitoren die Zeit gekommen, wieder ganz groß in den Markt einzusteigen ...

Buchrückseite

Hinter Edgar Wünschel, dem attraktiven Mathematiker, sind die Frauen her, er will und kann keine von ihnen halten. Er wird Aktienhändler, um nicht als Arbeitsloser zu enden. Eingebettet in eine burleske und teilweise grotesk anmutende Geschichte aus dem Bankmilieu wird beschrieben, wie es Wünschel als professionellem Börsenspieler wider Willen ergeht. Erst als er die wertlos gewordenen Hypothekenkredite der Dubliner Zweigstelle seiner Bank bewerten soll, wird ihm bewußt, daß das System, in dem er sich bewegt, auf Lug und Trug beruht. Präzise und detailliert beschreibt der Roman, wie sich ein Spieler bewußt wird, was er treibt und trotzdem seinem Tun nicht entfliehen kann. Er sucht Ablenkung bei einer einfachen Frau, weiß nichts mit ihr anzufangen, hat aber den besten Sex seines Lebens mit ihr. Obwohl er spontan nach einer durchzechten Nacht von sich aus kündigt, handelt er eine riesige Abfindung heraus und setzt wieder alles auf eine Karte. Der Titel dieses Buches ist der letzte Satz aus Dostojewski’s »Spieler«: »Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen!«

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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Format:Kindle Edition
Dieses Buch verdient gelesen zu werden, nicht nur, weil es über unseren Zeitgeist im öffentlichen wie privaten Leben an dem des Edgar Wünschel spannend, sehr unterhaltsam, lehrreich und ohne Illusionen erzählt, sondern auch, weil eine Festlegung auf die genaue literarische Form des Buches, mehr Roman, mehr journalistischer Tatsachenbericht oder doch mehr Essay, schwer fällt und damit dem geübten Leser gute Momente beschert, allein weil er nicht weiss, woran er ist.
Beschrieben wird das Leben eines Mannes in den mittleren Jahren zum Zeitpunkt der Bankenkrise 2008, in Leipzig, in dieser Stadt gab es zu dieser Zeit einen riesigen Banken-Flop, der wie die meisten prekären Themen in keiner Presse umfassend analysiert wurde. Es fallen zwar keine Namen, aber um diesen geht es.

Eigentlich ist er ein schlauer Mensch, der Herr Wünschel, zum Beruf des Bankers gekommen wie "die Jungfrau zum Kinde", aber trotzdem agiert er, privat wie beruflich, wie ein typischer Vertreter seiner Generation unserer Zeit, mit dem typischen unverbindlichen Umfeld, mit den typischen Verhaltensweisen der vermeintlich sorglosesten gesellschaftlichen Schicht unseres Landes.
Sein Leben kommt genauso unausweichlich ins Straucheln, wie seine Bank, in der er arbeitet, parallel und zum grossen Teil unabhängig voneinander, am Ende ist nicht "ein Stein auf dem anderen" geblieben.
Er schafft es, zu sich selbst zurück zu finden, traut sich alles hinzuschmeissen, traut sich, die Wahrheit zu sagen. Ihm dabei "zuzuhören", vorallem bei den Dialogen mit seinen Vorgesetzten, den neuen Saubermännern aus dem Westen und den dubiosen Typen mit guten Posten aus dem Osten, macht trotz allem Schlamassel die positive Stimmung dieses Buches aus. Alle Menschen, bis auf einen, verschwinden aus seinem Leben, und das ist gut so, da neben allem Anderen, was verloren geht, will man über das letzte Kapitel hinaus mit keinem der beschriebenen Personen und mit dem, was sie treiben, weiter zu tun haben. Weil heilen lässt sich da nichts !
Es geht weiter, immer, sein Leben und das der Bank. Aber nur bei seinem Leben weiss man nicht wie, das bleibt offen und daher voller Hoffnung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Danach war ich begeistert ! 25. November 2011
Von Rainer T.
Format:Kindle Edition
Für mich ist das dritte Buch von Thomas Gatzemeier einfach nur große Literatur! Die Erzaehlungen in seiner bildhaften, bewegenden Sprache lassen nie lange Weile aufkommen. Das Tempo seiner Phantasien rund um die perfiden Strukturen der Finanzwelt machen aus einem eigentlichen Finanzthema ein spannendes Erzaehlwerk. Seine detailgenauen Beobachtungen und Beschreibungen sind gut recherchiert, so dass zuweilen der Eindruck entstehen kann, ein ehemaliger Banker schreibt seine Erfahrungen und nicht der Maler Thomas Gatzemeier.
Ich wünsche ihm von ganzem Herzen, dass sein drittes Buch die Aufmerksamkeit erreicht, die es wahrlich verdient !i
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Befremdlicher Realismus 10. November 2011
Format:Kindle Edition
Im Gegensatz zu Gatzemeiers ersten Roman, (für mich schon eine schwere Kost) der in der Vergangenheit spielte, widmet er sich jetzt ganz der Gegenwart. So sind die Bilder heller und auch sein Schreibstil scheint lockerer geworden zu sein. Aber Bilder schreibt der Maler immer noch und die zu lesen macht einfach Freude, obwohl manchmal der Eindruck aufkommt, mit ihm geht die Fantasie durch. Irgendwie schreibt Gatzemeier nicht typisch deutsche Literatur. Wie er die Obsessionen seines Helden schildert, hat das für mich was Amerikanisches.
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