Wer Ausbilder Schmidt als Bühnenfigur kennt, der wird vom zugehörigen Kinofilm keine übermenschlichen Leistungen erwarten. Dass aber schlussendlich nur 5.000 (!) Zuschauer in die Kinos kamen, um den Ausbilder zu sehen, mag doch erstaunen. Denn an sich hat man es hier mit einem durchaus ordentlichen Machwerk aus der Reihe der deutschen Comedy Produktionen zu tun. Der Inhalt lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Ausbilder glaubt in seinem Fanatismus an terroristischen Überfall. Zu seinem Glück hat er damit Recht.
Der Plot, für nicht viel mehr gut als für ein simples Verwirrspiel, wird mit figurtypischen Gags ausgestaltet umgesetzt. Technisch gibt es nichts zu maulen. Immerhin - so hört man - wurden 5 Mio. Euro eingesetzt. Fürs Geld gibt es dann auch allerlei Comedy Prominenz. Zu nennen sei hier neben Axel Stein vor allem der motiviert aufspielende Ingo Appelt.
Der Film krankt leider an verpassten Möglichkeiten. Ein Beispiel: Zur Mitte hin lernt der Zuschauer den Großvater Schmidt samt Freunden kennen. Allesamt Veteranen aus Stalingrad. Wie sollte es auch anders sein. Als die Truppe dann in ein Gefecht in einer Kleingartenanlage verwickelt wird, spielt der Film die Stärke der Figur Ausbilder Schmidt aus: Köstliche Ironie, die so manch "merkwürdiges" Verhalten in unserer Gesellschaft bis ins Lächerliche überspitzt. Leider sieht man von dieser Intelligenz rund zwei Drittel des Films nicht viel und leider wird Großvater Schmidt samt Kumpels dann auch bald wieder aus der Handlung genommen.
Es ist zu vermuten, dass dort die Ursache für das üble Floppen im Kino lag. Dies hat der Ausbilder wirklich nicht verdient. Die Ansätze waren gut, die DVD liefert technisch erfreuliche Qualität ab. Bitte nächstes Mal mehr Ironie mit Hintersinn statt einfältiger Zoten ohne Sinn und vor allem einen weiteren Film. Wer den Ausbilder schätzt und nicht im Kino war, der kaufe diese DVD. Der Ausbilder wird die Unterstützung gebrauchen können. Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternen, wobei der vierte Stern ein kleiner Sympathiebonus ist.