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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helge Birkelbach VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Dieser Film existierte bisher nur auf Platte. Oder in den Köpfen von Cineasten, die früher mal Blumen im Haar trugen. Mal ehrlich: Wer hat "More" wirklich gesehen? Aufgeführt wird er im 10-Jahres-Rhythmus in Off-Kinos. Und jetzt gibt es ihn plötzlich auf DVD. Also, die umgekehrte Rezeption (und insofern auch Rezension): zuerst der Soundtrack, dann der Film.
An einem dieser überschweren, kurz vor dem Gewitter stehenden Spätsommertage ist "More" die Musik der Stunde - und gleichzeitig einer ganzen Epoche. 1969 entstanden, komponiert und eingespielt von den kommenden Platin-Legenden Pink Floyd, spiegelt der Soundtrack aufs Treffendste das visionäre und gleichzeitig morbide Lebensgefühl der Spätsechziger wider. Ein Umbruch wie kurz vor dem Gewitter, Chaos nach einem unbeschwerten Summer of Love. Auf den spacigen, verträumten Opener "Cirrus Minor" folgt "The Nile Song", der unvermittelt in die Realität einbricht. Schneidend lauter, brachialer Hardrock, als es diesen Stilbegriff noch gar nicht gab. Ein ähnliches Entsetzen evozierten nur die Beatles mit ihrem phänomenalen "Helter Skelter". Am Ende der Dekade waren Pink Floyd gerade dabei, den Underground in Richtung Supergroup zu verlassen. Noch ist der Erfolg von "The Dark Side Of The Moon" nicht in Sicht. "More" wartet noch ab, ist kein experimentelles Psychedelic-Erlebnis wie die fast gleichzeitig erschienene Live/Studio-Doppel-LP "Ummagumma", kein Beatles-Wetteiferer wie der mit Syd Barrett eingespielte Erstling "The Piper At The Gates Of Dawn". Und doch: Was die vier Soundtüftler hier zu den Filmbildern des Regisseurs Barbet Schroeder liefern, ist einzigartig. "More" ist das Surrogat einer Zwischenzeit, ein Vorahnen jenes kleinen Schrittes von der Ekstase zum Absturz. Vom butterblumenbunten Liebesrausch zum knallharten Drogenwahn. Drei Wochen vor Veröffentlichung des Soundtracks wechselte Brian Jones von den Stones ins Jenseits, Jimi Hendrix sollte ein Jahr später folgen. Jim Morrison wurde bärtig und dick und ersoff in einer Pariser Badewanne. Die Rebellion krepierte in Erbrochenem. When the music's over ...
Die Story: Deutscher Student (Klaus Grünberg) trampt nach Paris, lernt auf einer Party das Hippiemädchen Estelle (Mimsy Farmer) kennen und folgt ihr nach Ibiza, der Hochburg der Aussteiger. Estelle nimmt Drogen, er auch. Die Drogen werden härter. Zu spät erkennt Stefan, der sich in Estelle verliebt hat, dass sie mit einem Alt-Nazi auf der Insel lebt, der von dort aus ein Heroin-Imperium kontrolliert. Stefan bringt sich mit einer Überdosis um. "Obwohl der Film schier alle Varianten und Facetten des Drogenfilms durchspielt, entgeht er doch elegant dem Dilemma der Strukturlosigkeit durch eine zielstrebig und genau erzählte Geschichte", urteilte die Kritikerin Annette Kilzer im tip Berlin (14/92). "Todesahnungen, apokalyptische Motive, die Erkenntnis Stefans, dass diese Reise ein Experiment sei, an dem er vielleicht zerbreche, durchziehen 'More' (...) - ohne dass es ein morbider, sich in Todessehnsucht ergehender Film wäre."
Ein Publikumsrenner sollte der Film dennoch nicht werden. Denn welcher Junghippie wollte schon seine Träume platzen sehen, welcher anständige Bürger wollte sich von solch einem Streifen im Kino unterhalten lassen? Die deutsche Verleihfirma verpasste "More" einen neuen Titel: "Gier nach Lust" fand den direkten Weg in die Sex- und Schmuddelecke. Für seinen Hauptdarsteller, der Mitglied des Staatstheaters in Kassel war, endete dieses Experiment mit einem frühzeitigen Karrierestopp. Nur für Pink Floyd machte sich das Engagement bezahlt. Für "La Vallée" produzierten sie 1972 einen weiteren Soundtrack im Auftrag von Barbet Schroeder (erschienen als "Obscured By Clouds"). Wieder geht es um einen seltsamen Trip: die Suche nach einem mythischen Tal in Neuguinea.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Überzeugt als Film 20. August 2009
Format:DVD
Ich habe den Film mit gemischten Gefühlen gekauft, dachte auch, gut - Pink Floyd, muss in der Sammlung stehen - , aber der Film ist bestimmt nicht so toll.
Umso überraschter war ich. Der Film hat mich gefesselt. Die Story ist gut erzählt, perfekt strukturiert, und die Geschichte des verliebten jungen Manns, der einer mysteriösen Frau folgt, reißt in den Bann. Sie hat einige gute Wendungen, vor allem aber Atmosphäre - unglaublich schier die Sequenz der beiden im abgelegenen Haus am Meer, das hält fast mit Godards Verachtung mit. Am Ende ist mir aufgefallen, dass ich kaum auf die Musik geachtet habe.
Offenbar wurde der Film falsch rezipiert, weil er immer nur unter dem Aspekt der Musik gesehen wurde. Als Zeitdokument mindestens so interessant wie Zabriskie Point.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lunatic
Format:DVD
Endlich gibts "More" auch mit deutschen Untertiteln!
Der Film handelt von einem deutschen Aussteiger, der sich in der Kälte von Paris in eine Französin verliebt und ihr ins scheinbar warme Ibiza folgt. Dort gehts dann um von deutschen Altnazis gepuschte Drogen, Eifersucht, romantische und ausgeflippte Liebesszenen, zunehmend aber um die Drogengeschichte, dem Kampf gegen Windmühlenflügel.
Von der Machart erinnert der Film an einen frühen Faßbinder mit langen Einstellungen und etwas gekünstelt wirkenden Dialogen.
"More" ist zwar kein Musikfilm, trotzdem lohnend für Pink-Floyd-Fans, weil der Sound deutlich mehr im Vordergrund steht als später bei "La Vallée".
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