Zuerst einmal: der Film ist nicht nur ein wahres Erlebnis für "eiserne Basketball-Fans". "More than a Game" wird jeden Genießer raffinierter Dokumentationen erfreuen. Ich bin hierfür das Paradebeispiel, meine Kenntnisse dieser Sportart begrenzen sich auf die wohl zutreffende Annahme, dass der Ball im Korb landen sollte...
Die Story bietet eine ungeheure Portion an gesunden Emotionen, an "Leben pure", an Jungs up de Eck. Man finden hier keine angeblich so coole Vulgarität, ohne die es gar nicht gehen kann. Doch, es geht: Traum, Wunsch, Glaube, Teamwork und Kampfwille: das sind Eigenschaften, aus denen die Jungs und ihr Couch einen Drink mixen, den jeden umhaut. Und das ohne die sprichwörtliche, und im Sport oft vorhandene Gehirnwäsche und ohne Doping. Sauberes Ringen, die bessere Mannschaft wird`s packen.
Leicht wird dieser Weg natürlich nicht sein. Kurz vor dem wichtigsten Spiel wird der beste des Teams gesperrt. Der Grund: ein Sportgeschäft in Cleveland wollte Poster von ihm aufhängen und gab ihm dafür als Gegenleistung Originaltrikots von zwei Basketball-Legenden. Der Junge wird also wegen zwei T-Shirts gesperrt, weil er irgendwie dem Vorsitzenden des Sportverbandes nicht passt...
Man fiebert also mit, bis zuletzt.
Es ist auch ein sehr positives Stück amerikanischer Realität. Bei aller - gut begründeten - Kritik, die man sich in Europa den USA gegenüber leistet: wir haben keine Sportart, bei der Erwachsene 300,- USD (oder Euro) zahlen, um eine Mannschaft zu sehen, die aus jugendlichen, aus Schülern besteht.
"Ein Stück Deutschland" ist auch dabei: Dru Joyce (sein Vater war der Team-Couch) und Romeo Travis spielen mittlerweile in der Bundesliga.
Die Qualität mancher Aufnahmen entspricht zwar der einer normalen Videocam der letzten paar Jahre, aber: es ist eben eine Dokumentation, kein Spielfilm.
Diese Doku steht in einer Reihe mit Filmen wie "Steep, steil am Limit" oder "Movie Night of Extreme Sports 09".
Fesselnd, spannend, berauschend und dynamisch: EIN PHÄNOMENALER FILM!
Leo Walotek-Scheidegger / 4mare.com