Die Specials wurden zunächst bekannt durch Hits wie "A Message To You Rudy"- der sogennate "White Raggae" war geboren. Für eingefleischte Fans dieser Richtung war das Album "More Specials" etwas schwierig zu verdauen. Die Specials hatten einfach fernweh und begaben sich (musikalisch) auf Reisen. Es waren exotische Reiseziele.
Man könnte den Stil als Raggae-Ska-Fusion bezeichnen. Specials waren von Anfang an für intellegente Texte bekannt. In "MORE SPECIALS" ergibt sich diesbezüglich eine Linie, ein Zusammenhang, der das ganze Album durchzieht. Es empfiehlt sich die Tracks in der richtigen Reihenfolge anzuhören!
In "Enjoy yourself" werden wir aufgefordert, das Leben ohne Rücksicht auf Verluste zu genießen: Das Lied stammt angeblich aus dem Jahr 1939! Es ist später als Du denkst! Der Krieg kündigt sich schon an: "ATTENTION: nuclear attack". Die Revolution im Iran hatte gerade stattgefunden, die als Vorbote einer neuen Konfrontation mit dem dekadenten Westen schien. Dort genießt man aber trotzdem das Leben: "Hey little rich girl! She's just having fun". Man kann dabei auch zum lebenden Wrack werden, wie die Frau, die in "Pearls Cafe" beschireben wird: "It could be you!"
Am liebsten würde man eigentlich James Bond sein: "Sock it to em JB!" Womit wir bei den Stereotypen sind. Wir folgen unserem Stereotypen, der jede Nacht seine "girls" braucht, sein Alter in "pints" trinkt und außerdem und genügend Whisky "to feel so frisky". Als es mit seiner Gesundheit bergab geht, nimmt er eine Entziehungskur auf sich, aber es hilft nichts: er ist schon wieder betrunken mit dem Auto unterwegs ("wrapped round the lamp post on Saturday night". Da muß man einfach wieder in die Karibik jetten. Aber auch da gibt es keinen wirklichen Trost: Monotonie unter Palmen! "I Cant't stand it". Überdruß pur. Dann besteigt man wieder die DC 10 und läßt sich von "muzac" berieseln. Aber hier läuft nicht mehr alles so glatt, es geschieht ein Unglück! (Richtig apokalyptisch der Track "International Jet Set") Das Flugzeug ist abegstürzt - es gab keine Überlebende, man hört nur noch die "black box". (Anspielung auf ein wirkliches Flugzeugunglück mit einer DC 10 in Chicago) Da ertönt dann zum Schluß die billige Elektro-Orgel der Friedhofskapelle: Enjoy yourself!
Ein Album, das mich schon als 17 Jähriger aufgeregt hat und nach mehr als 20 Jahren immer noch fasziniert! KAUFEN und laut hören! (noch dazu bei so einem Preis)