Ich kann mich nicht ganz des Eindrucks erwehren, als sei "nichts ist, wie es scheint" als oberstes Arbeitsprinzip für die deutsche Krimiliteratur gerade angesagt. Ich habe aber auch das Gefühl, daß sich dieses Arbeitsprinzip, weniger diplomatisch auch "Strickmuster" genannt, dem Stadium "ausgelutscht" nähert. Auf die Dauer und nach der x-ten Wiederholung wird es langweilig.
Dieser Band versammelt 24 ganz passable Geschichten (grober Mißgriff ist keiner darunter, ein Highlight aber auch nicht), allzuviele davon sind aber gerade deshalb vorhersehbar, weil von vornherein klar ist, daß dem Leser eine überraschende Wendung auch diesmal nicht erspart bleibt. Die Skala der möglichen überraschenden Wendungen ist aber begrenzt - Krankenhausmotive beispielsweise sind beliebt oder vollkommen mißverstandene SMS.
Abgesehen davon, daß Fingerabdrücke wie in fast jedem Krimi gnadenlos überschätzt (und DNA weitgehend&gnadenlos ignoriert wird), halten sich die kriminalistischen Mißgriffe in Grenzen - auch das ist mal was Erfreuliches.
Fazit: wer Krimis mag, ist mit der Sammlung gut bedient. Es gibt auf dem Markt aber weit bessere Sachen. Als Adventskalender, da stimme ich meinen Vorrezensenten zu, ist es eine gute Idee!