Es geht hierbei um die Rezension zum HÖRbuch, nicht wie so oft hier um die Buchvariante. Die Fähigkeiten auf seinem Fachgebiet sind für mich als Laien wohl unbestritten. Auch das Buch an sich ist inhaltlich recht interessant, auch wenn man über manche sprachliche Hubbel hinwegsehen muss. Warum aber in Gottes Namen muss jeder, der sein Hobby, seine Passion, seinen Beruf oder was auch immer öffentlich macht und dabei erfolgreich ist glauben, dass ihn eine erfolgreiche Buchveröffentlichung gleichermaßen zu einem guten Vorleser macht? Immer wieder stolpert man in Hörbücher, die von Autoren mit inhaltlichem Sachverstand vorgetragen werden, die aber von der Kunst des Vorlesens so viel verstehen wie Schimanski von der Kuschelrock-Reihe. Es überkommt einen schon der erste Schauder fremdschämenden Charakters, wenn Mark Benecke sich in den ersten Sätzen gleich einmal als den "bekanntesten Kriminalbiologen der Welt" vorstellt. Bah! Aber anhand dieser Aussage wird klar, welch Weltbild für ihn existiert, und so ist auch nachvollziehbar, warum er meint, er sei des Vorlesens mächtig. Um es kurz zu machen, er ist es meiner Meinung nach nicht. Überhaupt nicht. Er hat keinerlei Fähigkeit, zwischen Tempi zu wechseln oder die Stimmlage zu verändern. Jeder Satz wird mit derselben monotonen Melodie vorgetragen, wobei er sich an vielen Stellen beinahe erbärmlich darauf konzentriert, auch wirklich je-de Sil-be ü-ber-mä-ßig deut-lich vor-zu-tra-gen, an anderen Stellen dann aber doch die Geduld verliert und Silben vernuschelt. Das alles sind Phänomene, von deren Existenz man sich bereits im allerersten Track gut überzeugen kann:-) Besonders die vernuschelten Stellen überzeugen mich davon, dass das ganze einmal eingelesen wurde und dann gepresst wurde, ohne groß auf Qualität zu achten. Dererlei Lieblosigkeit schätzt das geneigte Hörbuchpublikum in der Regel jedoch nicht. Insgesamt muss ich leider wirklich die niedrigste Sternzahl abgeben, denn die Art, wie das Buch gelesen wird, ist wirklich unzumutbar, zumal es durch Beneckes Monotonie oft so wirkt, als sei das Buch eine veralbernde Comedy-Variante aller Gerichtsmedizin-Bücher (und damit meine ich nicht etwa zündende Gags des Autoren, sondern wirklich seinen Versuch, hier als Leser aufzutreten).
Meine Bitte an alle, die erfolgreich Bücher veröffentlichen ist: Haltet euch von der Hörbuchvariante fern! Es nützt keinem, wenn man ein Hörbuch nicht durchhören KANN, weil es einfach nur schlecht gelesen ist. Nehmt Mordspuren als warnendes Beispiel!