oberflächliche leser und leserinnen mögen von "foul matter" enttäuscht sein (was denn - martha grimes und kein inspector jury in sicht!), allerdings haben die auch nichts besseres verdient.
das buch ist eine satirische und demgemäß überspitzte abrechnung mit dem amerikanischen verlags- und buchmarkt (was olivia goldsmith in "der bestseller" auch versucht hat, aber mit weniger erfolg, wie ich finde - ihr kam das melodrama zu oft in die quere). zugleich enthält es reflexionen über das schreiben und das entstehen von literatur - die "literarischen" passagen sind zwar eine zumutung für die jury-fangemeinde oder für menschen, die nicht gerne nachdenken, aber dennoch durchaus gelungen.
der handlungsbogen ist zwar nicht komplettt durchgehalten und daher nur bedingt spannend, aber dafür wird man durch etliche schräge figuren, entsprechend witzige dialoge und interessante wendungen entschädigt. die entwicklung der figuren hätte mehr aufmerksamkeit verdient, aber grimes skiziert immerhin viel interessantere charaktere als in ihren anderen büchern.
grimes zeigt, dass sie mehr kann, als immer dieselben figuren durch immer dieselben kulissen zu schieben (die zurecht festgestellte langatmigkeit der späteren jury-romane dürfte einfach aus langeweile entstanden sein).
ich habe mich beim lesen gut amüsiert - von mir gibt es vier sterne (ich empfehle die originalversion, obwohl die deutsche übersetzung durchaus kompetent ist).