*Wir lagen vor Travemünde ... und hatten das Virus an Bord, brummte Andresen mit Galgenhumor.
Es roch nach Noro. Auf dem gesamten Schiff. Vielleicht auch nach Rota. Selbst Salmonellen konnten nicht ausgeschlossen werden. 'L'odore del mare' bekam eine völlig neue Bedeutung an Bord der MS Bellissima.
Noch immer waren sich die selbstgefälligen Ärzte uneins. Die Symptome seien kaum zu unterscheiden, hieß es. Klar war nur, dass sie das volle Programm hervorriefen: Magen und Darm. Fieber mit Schüttelfrost. Entsetzliche Kopf- und Gliederschmerzen. Bestimmt hatten sich die Halbgötter in Weiß bereits selbst angesteckt. Ob sie die eigentlichen Multiplikatoren waren?* (Jobst Schlennstedt)
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Leuchttürme, Schafe, Möwen, Strände, Marzipan, ne Buddel Korn oder Rum, Matjes oder Labskaus. Urlaub an der See. Ein Idyll! Aber das Idyll ist in diesem Falle trügerisch. Gilt der Norddeutsche im allgemeinen als Eigenbrötler, der sich nur um seinen Kram kümmert, so wird der Leser überrascht sein, welch teilweise fiese Verbrechen im hohen Norden so begangen werden - an Förden und auf den Inseln, im Watt oder an der Elbe. Aber auch andere Eigenschaften kommen in den 27 spannenden Geschichten zur Geltung: Es wimmelt nur so von norddeutschen Unikaten sowie einer gehörigen Portion Lokalkolorit und dem, was den Norden ausmacht - Bodenständigkeit, Gelassenheit und Liebenswürdigkeit.
Einige Autoren und ihre Tatorte: Susanne Mischke (Föhr), Carmen Korn (Glückstadt), Eva Almstädt (Bargteheide), Frank Göhre (Wesselburen), Renate Niemann (Amrum), Klaus-Peter Wolf (Kiel), Gunter Gerlach (Trittauer Forst), Michael Koglin (Büdelsdorf), Anke Clausen (Fehmarn), Horst Bieber (Kappeln) und viele andere mehr. Eine wirklich beeindruckende und liebenswerte Anthologie - Eine Urlaubsempfehlung!
[Reinhard Busse]