"Mordakte Kasino" ist der 8. von 12 Bänden der Philo-Vance-Reihe von S.S. van Dine (Band 1-9 sind auf deutsch erschienen). Es handelt sich bei dieser Fischer-TB-Ausgabe um eine Neuauflage einer Übersetzung von 1974. Die Bände 1-7 erschienen in den letzten Jahren im Rahmen der Dumont-Krimibibliothek in neuer Übersetzung. Leider kann diese alte Übersetzung mit den neuen in keiner Weise schritthalten. Viele Passagen geben heutzutage doch Anlass zum Stirnrunzeln. Dabei stellt sich allerdings auch die wichtige Frage, was davon auf die Übersetzung und was auf die Quelle zurückgeht, denn leider ist die "Mordakte Kasino" der bisher mit Abstand schlechteste Band der Reihe. Es hat stark den Anschein, dass van Dine hier etwas die Luft ausgegangen ist (im Nachwort erfährt man, dass es auch der erste Band der Reihe ist, der beim Publikum gefloppt ist). Dies legt auch die Tatsache nahe, dass der Band nur 170 Seiten "dick" ist, während die Vorgänger regelmäßig über 300 Seiten hatten. Quantität darf natürlich nicht mit Qualität gleichgesetzt werden, aber hier trifft es leider doch zu. Die Story wirkt uninspiriert und heruntergeschrieben. Im Vergleich mit anderen Bänden der Reihe fehlt die Spritzigkeit und selbst der Hergang und die Auflösung der Tat bleiben blass und spannungsarm. Der Roman kann wirklich in keinerlei Hinsicht überzeugen - was unerwartet und schade ist. Meine Empfehlung: wer van Dine zum ersten Mal lesen will (was absolut zu empfehlen ist), der sollte besser zum "Mordfall Skarabäus" oder "Mordfall Greene" greifen.