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Dennoch bleibt in gewohnter Weise der Humor nicht aus, wenn beispielsweise die englische Kriegspropaganda geschildert wird, wonach „Klatsch und Tratsch nur Hitler etwas nütze."
Wird sich deswegen Mrs. Ruddle die Dorfklatschbase ändern? Wohl nur ein klein wenig.
Tatsächlich überzeugt dieses Buch durch seine anschauliche Darstellung der Kriegszeiten
und den bedrückenden Beschränkungen für die Zivilbevölkerung am Beispiel der Familie Wimsey .
Der Leser muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass die Tötung eines Menschen in Kriegszeiten zur Normalität gehört. Gilt dies für Mord ebenso?
Das Ehepaar Wimsey überzeugt hier erneut mit seinen geistreichen Wortspiel über Liebe, Glück und dem Geschick zu Leben.
Dieses Buch ist ein muss für jeden, der die Erlebnisse von Lord Peter Wimsey bislang verfolgt hat.
Leider ist die Kriminalgeschichte selbst etwas durchschaubar und wird durch die Kriegserlebnisse der Protagonisten in den Hintergrund gedrängt.
Ziel dieses Buches ist aber wohl in erster Linie eine Essenz der vorangegangenen Dorothy L. Sayers Bücher zu bilden und die Lebensgeschichte der Familie Wimsey fortzuschreiben.
Dies ist in eindrucksvoller und überraschender Weise gelungen.
Jill Paton Walsh hat demgemäss die Ausgangssituation von Dorothy L. Sayers übernommen: Lord Peter hat es in den Wirren des Zweiten Weltkrieges in geheimer Mission ins Ausland verschlagen, Lady Peter, also Harriet Vane, nun Wimsey, lebt auf dem Land und muss sich mit Lebensmittelkarten, Landverschickten und der Verdunklung herumschlagen. Sie hat nicht nur ihre eigenen Kinder in ihrer Obhut, sondern auch noch die drei Rangen ihrer Schwägerin. Bei einem Luftalarm versammeln sich fast alle Bewohner des Dorfes im Keller des Gasthauses; das "fast" gilt deshalb, weil nach Ende des Alarms eine Tote auf der Straße gefunden wird. Da Lord Peter nicht in der Nähe weilt und überall Not am Mann ist, muss wie in allen anderen Lebenslagen auch hier die Frau ran und Harriet unterstützt die Polizei tatkräftig bei ihren Ermittlungen.
Es ist bald 20 Jahre her, dass ich meinen letzten Wimsey-Krimi gelesen haben, vielleicht fiel es mir aus diesem Grund schwer, den Einstieg in die Geschichte zu finden. Vielleicht aber auch, weil man mit einigen Briefen aus den Wimsey Papers beginnt, die voller Details aus Kriegstagen sind, welche heutzutage für uns nicht so einfach verständlich sind. Wir starten langsam, ein wenig zu langsam für meinen Geschmack, aber nach einem guten Drittel wird es unterhaltsam. Jill Paton Walsh bringt einem die Figuren näher und mehr und mehr kann man auch über die Schilderungen der Dorfbewohner schmunzeln.
Der Mordfall steht nicht im Mittelpunkt und scheint mir etwas dünner zu sein, als man das von Dorothy Sayers gewohnt ist - soweit ich das noch richtig in Erinnerung habe. Ich halte die Geschichte daher eher für eine Art Gesellschaftsstudie, die das Leben im Zweiten Weltkrieg authentisch darstellt, was daher herrührt, dass die Autorin hier auf die Aufzeichnungen von Dorothy Sayers zurückgreifen konnte. "Mord in mageren Zeiten" ist ein Buch, das Wimsey-Fans sicher gerne lesen wollen. Einsteigern in die Serie um Lord Peter Wimsey seien jedoch die Originale empfohlen, Klassiker ihres Genres.
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