Zufällig bin ich auf dieses Buch gestoßen. Und da ich vor etlichen Jahren in Mannheim studiert habe, war ich gespannt und habe mir das Buch besorgt und angefangen zu lesen. Ich muss gestehen, dass ich kein allzu großer Freund von Kurzkrimis bin, aber Walter Landins 20 Mordgeschichten haben mich überzeugt. Mord in der exklusiven Lederboutique auf den Planken (in Mannheim heißen die Planken einfach die 'Quadrate', aha, 'Mord im Quadrat'!), Mord in den Lauerschen Gärten, einem winzigen Park mitten in der Innenstadt, Mord vor dem Biergarten der Feudenheimer 'Goggelrobber', eine Todesserie im Altenheim 'Maria Segen', ein Sprengstoffanschlag mit vielen Toten auf eine voll besetzte Mannheimer Straßenbahn', ein auf den ersten Blick spektakulärer Mord bei einem Rockkonzert auf der Friesenheimer Insel, der letztlich aber nur vorgetäuscht ist, es gibt viele Plätze in Mannheim, wo Mord lauert. Atmosphärisch dicht und nie gewollt baut Landin eher beiläufig seine Mannheimer Schauplätze ins Geschehen ein. Und jede Geschichte ist anders. Ab und zu ermittelt der schrullige Mannheimer Kriminalhauptkommissar Lauer, dann kommen in der Ich-Form Täter zu Wort und der Leser ist ganz nah am Geschehen und freut sich irgendwie, wenn der Mörder ungeschoren davonkommt. Intelligente Plots, wechselnde Erzählperspektiven, harte Schnitte, die an ein Filmdrehbuch erinnern, überraschende Wendungen, der Autor macht es seinen Lesern nicht leicht. Hier heißt es kombinieren. Mitdenken. Denn so leicht verrät Landin nicht seine Pointen. Und manches bleibt offen. Gefordert ist ein Leser, der sich auf vertrackte Geschichten einlassen will, der seine Freude hat an literarischen Kurzkrimis, ein Leser, der mitdenken und sich in jeder Geschichte auf Neues einlassen will. Man muss den Mannheimer Wellhöfer Verlag zur Herausgabe von ''Mord im Quadrat'' beglückwünschen. Wer schnelle Krimi-Unterhaltung ohne Tiefgang sucht, sollte jedoch lieber die Finger von dem Buch lassen.