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Mord auf katalanisch: Ein Barcelona-Krimi [Taschenbuch]

Teresa Solana , Petra Zickmann
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktbeschreibungen

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„Hammerhart“ ist dieser Fall, „wie die Inszenierung eines kleinen, wenn auch makabren Kunstwerks.“ Ein prominenter Politiker entdeckt ein außergewöhnliches Gemälde, das seine Frau zeigt und wittert sogleich eine Affäre. Prompt beauftragt er zwei Detektive und damit beginnt ein Kriminalfall, dessen erste Leiche nicht lange auf sich warten lässt.

Die Tote ist keine geringere als die Gattin des angesehenen Politikers, stilvoll vergiftet. „Diese Lídia, die ist wirklich ein Früchtchen!“ War es vielleicht ein Mord aus Eifersucht? Aber Politiker wie Lluís Font, „rufen ihren Anwalt an oder trösten sich mit der Sekretärin.“ Eduard und Pep, zwei köstliche Gestalten zwischen Komik und Tragik, Raffinesse und Bauernschläue, Liebenswürdigkeit und Ausgekochtsein, sie widmen dem Fall Zeit, Herz und spannende Recherchen. „Das sieht diesmal nach einer wirklich üblen Geschichte aus. Wir sollten es uns gut überlegen.“ Die beiden sympathischen Schnüffler, stets abgebrannt und mit Frau, Familie und Freundin, brauchen natürlich nicht lange zu überlegen. Dabei zählt nicht allein der Fall, den sie aufklären sollen, es fesselt nicht nur eine ausgeklügelte Geschichte, sondern eine große Portion Lokalkolorit, hinreißende Beschreibungen aus dem faszinierenden Barcelona geben dem Roman Schillern und Gesicht, Bühnenbild und Flair. Ein Reisebegleiter der besonderen Art.

Teresa Solana, selbst in Barcelona geboren und „durch und durch“ Katalanin, führt durch die Weltstadt auf ihre ganz eigene Art: der Detektiv- Krimi mit dem liebenswerten Duo, von dem man sich schon nach wenigen Seiten eine Fortsetzung wünscht, ist ein gelungenes Erstlingswerk der studierten Übersetzerin. Teresa Solana fabuliert mit großer Leichtigkeit, spielt geschickt und sehr charmant mit Überraschungen, Situationskomik und ganz Unerwartetem. Und ganz nebenbei lernt man Vieles über Barcelona, seine Einwohner, über Spanien und die Spanier: „...seit wir Europäer sind, wird alles ständig teurer.“ -- Barbara Wegmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Teresa Solana, 1962 in Barcelona geboren, studierte Philosophie und klassische Philologie, arbeitete dann als Übersetzerin und leitete das Übersetzungszentrum in Tarazona. Mit ihrem ersten Kriminalroman »Mord auf katalanisch« (Piper 2007), dem originellen Handlungsaufbau, ihrem erfrischenden Humor und der kundigen Beschreibung Barcelonas, traf sie genau den Nerv der Zeit und sie wurde dafür mit dem katalanischen Krimipreis Brigada 21 ausgezeichnet.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Mein Bruder Borja heißt nicht Borja. Er heißt Pep, also Josep. Seine Familiennamen sind auch nicht Masdéu-Canals Sáez de Astorga. Vielmehr heißen wir beide väterlicherseits Martínez und mütterlicherseits Estivill.
Im Gegensatz zu Borja, beziehungsweise Pep, trage ich bis heute die Vor- und Zunamen, die meine Eltern mir gegeben haben: schlicht Eduard (im Personalausweis noch Eduardo) Martínez Estivill. Mein Bruder hingegen heißt - oder, besser gesagt, nennt sich - Borja Masdéu-Canals Sáez de Astorga, obwohl in seinem seit Jahren abgelaufenen Ausweis José Martínez Estivill steht, geboren in Barcelona als Sohn von Rosa und Francisco. Natürlich weiß niemand, daß Pep (also Borja) und ich Brüder sind. Noch dazu Zwillingsbrüder. Nicht einmal meine Frau weiß das.
Unsere Eltern waren beide aus Barcelona, und die Eltern und Großeltern unseres Vaters stammten aus Soria. In Borja-Peps erfundener Sippe allerdings war der Vater aus Lleida - der jüngste Sproß einer Familie, die im Alt Urgell über einen großen Besitz an Äckern und Milchvieh verfügte - und seine Mutter eine wohlhabende Erbin aus Santander. In dieser Stadt sollen sich Borjas mutmaßliche Eltern nach ihrer angeblichen Heirat niedergelassen haben, und dort will auch er selbst auf die Welt gekommen sein.
Mit Hilfe dieser listigen genealogischen Versprengung erklärt Borja die erstaunliche Tatsache, daß die Masdéu-Canals Sáez de Astorgas in Barcelona gänzlich unbekannt sind, trotz ihres hochherrschaftlichen Namens und des saftigen Familienvermögens, das er ja geerbt haben müßte (zumal er sich als einziges Kind ausgibt, um die Sache nicht noch komplizierter zu machen). Seine beständige Geldknappheit rechtfertigt mein Bruder manchmal, indem er behauptet, der Stammbaum seiner Familie wurzelte in einem jener uralten, unaufhaltsam verarmten Geschlechter, deren obskure Adelsnamen bis in eine unbestimmbare Zeit irgendwann im Mittelalter zurückreichen.
»Mein Vater«, pflegt Borja zu sagen (von jetzt an werde ich ihn nur noch so nennen, denn unter diesem Namen kennt ihn alle Welt, und auch ich habe mich inzwischen daran gewöhnt), »mein Vater hat mit der modernen Entwicklung nicht Schritt halten können und dadurch schließlich sein ganzes Vermögen eingebüßt. Er hat dort oben in Santander alles in das Familienunternehmen investiert und sehr gut verdient. Doch die Zeiten haben sich geändert ...« An dieser Stelle setzt Borja eine ernste Miene auf und fährt seufzend fort: »Denn dann kam die berühmte »Rekonversion« - die Umstrukturierung der nordspanischen Schiffbauindustrie - und dazu noch ein Riesenproblem mit dem Finanzamt, woran natürlich nicht mein Vater, sondern ein Buchhalter schuld war, dessen Schusseligkeit meine Familie um einen Haufen Geld gebracht hat ...« Dabei blickt er kopfschüttelnd zu Boden, fatalistische Schicksalsergebenheit und einen Anflug von Stolz in der Stimme, jedoch niemals das leiseste Zittern.
Obwohl wir Zwillinge sind, ähneln mein Bruder Borja und ich uns rein äußerlich überhaupt nicht. Man sieht uns nicht mal an, daß wir Brüder sind. Er schlägt mehr der Mutter nach, hoch aufgeschossen und optimistisch, und ich mehr dem Vater, untersetzt und melancholisch. Tatsächlich ist Borja der Jüngere, denn er wurde einige Minuten nach mir geboren; trotzdem behauptet er manchmal zum Spaß, daß, falls wir Königssöhne wären (eheliche, versteht sich), er den Thron erben würde und nicht ich. Ich erwidere dann immer, über dieses Thema würden wir erst gar nicht in Streit geraten, da könne er ganz beruhigt sein. Ich empfände diese Eigentümlichkeit der Monarchien, die voll Stolz den Überresten vergangener Epochen der Ignoranz die Treue halten, eher als Belastung, vielleicht weil ich mehr der schüchterne Zauderer bin, während er mehr der temperamentvolle Draufgänger ist.
Da wir Zwillinge sind, werden wir beide im Mai fünfundvierzig Jahre alt, doch muß ich zugeben, daß Borja etwas jünger aussieht. Er ist noch Junggeselle, wenngleich er seit einiger Zeit eine mehr oder weniger feste Freundin hat, mit der er durch die erlesensten Lokale Barcelonas zieht. Nicht ganz unproblematisch ist, daß es sich um eine verheiratete Frau handelt.
Der Gatte der jungen Frau (die so jung nun auch nicht mehr ist) hat offenbar ziemlich viel Geld und wenig Zeit für die Familie. Doch entnehme ich dem, was Borja mir so erzählt, daß sie selbst auch nicht ganz mittellos ist. Mercedes - so heißt sie - ist eine erfolgreiche Anwältin mit eigener Kanzlei im oberen Teil Barcelonas, dem Werk des Baumeisters und Abtes Oliva de Ripoll. Sie tut das, womit sich die Absolventen teurer, von betuchten Katholiken gesponsorten Prestigeschulen eben so ihren Lebensunterhalt verdienen: Sie sorgt dafür, daß die Reichen möglichst keine Steuern bezahlen müssen. Merche und mein Bruder sehen sich nachmittags für eine Weile, und gelegentlich verbringen sie ein Wochenende zusammen, wenn ihr Mann auf Reisen ist, was anscheinend ziemlich häufig vorkommt, denn er ist Unternehmer und hat Fabriken (oder etwas Ähnliches) in China, genau weiß ich es auch nicht, jedenfalls muß er dauernd nach China. Und er gehört wohl zu denen, die auf ihren Geschäftsreisen - für gewöhnlich zu Meetings in der Nähe irgendeines tropischen Strandes - gern Sekretärinnen und Praktikantinnen an die Wäsche gehen. Laut Borja (dem ich fast alle meine Kenntnisse über die Eigenheiten der Hautevolee von Barcelona verdanke) führen die beiden eine moderne, für jene Gesellschaftsschicht typische Ehe mit Kindern und gemeinsamen sozialen Aktivitäten, haben aber separate Konten und ein getrenntes Privatleben. Merche hat einen halbwüchsigen Sohn, der es mit dem Kokain übertreibt (wie seine Mutter auch, fürchte ich), Borja hat, zumindest soweit ihm bekannt, keine Kinder. Sein einziges Laster, das Anlaß zu leichter Besorgnis geben könnte, ist der Cardhu-Whisky, vor dessen übermäßigem Genuß ihn jedoch seine permanent angespannte Finanzlage bewahrt. Über Borjas Liebesleben, bevor Merche aufgetaucht ist, weiß ich so gut wie gar nichts.
Obwohl Borja und ich uns heute sehr nahestehen, sind die letzten zwanzig Jahre seines Lebens ein Mysterium für mich, in das nur hie und da ein erhellender Lichtstrahl fällt, wenn der Cardhu meinen Zwillingsbruder zu dem einen oder anderen Geständnis verleitet, mit dessen Hilfe und viel Geduld ich mir einige Episoden seiner Biographie zusammenreimen konnte. Dank dieses schottischen Gesöffs weiß ich, daß er in Australien gewesen ist, in Deutschland nicht genug zu essen hatte und um nichts in der Welt je wieder als Schiffskoch auf einem Öltanker arbeiten würde. Auf diese Weise habe ich auch erfahren, daß er ein paar Jahre in Paris gelebt hat, aber darauf komme ich später noch zurück.
Ich bin nach wie vor mit derselben Frau verheiratet, Montse, und habe drei Kinder im Alter von vierzehn und zwei Jahren. Die beiden älteren sind Mädchen, ebenfalls Zwillinge, und der Kleine ist ein ziemlicher Frechdachs. Mein Bruder Borja erfreut sich einer noch immer vollen hellbraunen Haarpracht (die Iranzo einmal im Monat mit ein paar goldenen Reflexen versieht, davon bin ich überzeugt), und er liebt Seidenkrawatten, Zweireiher im englischen Stil und italienische Mokassins. Ich bevorzuge Kordhosen, Jeans, Karohemden, im Winter aus Flanell, und Schnürschuhe. Wir sind zwar etwa gleich groß (ungefähr eins fünfundsiebzig), doch bin ich schätzungsweise zwölf Kilo schwerer, was nicht etwa heißt, daß ich dick wäre. Ich habe vielleicht ein bißchen Bauch, aber nicht allzu viel, und bekomme die gleichen Geheimratsecken wie unser Vater, die ich zu kaschieren versuche. Das verbliebene Haar, zum Glück noch eine ganze Menge, nimmt allmählich einen Grauschimmer an, der mir unbegreiflicherweise kein distinguierteres Aussehen verleiht, nicht einmal, wenn ich Borjas Beispiel folge und alles mit Gel nach hinten kämme. Und während er stets eine beneidenswerte goldene Bräune zur Schau trägt, die er dem Sonnenstudio im Erdgeschoß seines Hauses verdankt, ist meine Hautfarbe fast das ganze Jahr... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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