Eben habe ich die letzte Seite gelesen und mich befällt dieses Gefühl von "Schade!", das man hat, wenn man ein tolles Buch wie "Mord auf katalanisch" von Teresa Solana beendet hat. Als Barcelona-Fan wurde ich zunächst durch den Titel auf dieses Buch aufmerksam, und Lust auf einen Krimi hatte ich zu diesem Zeitpunkt auch.
Das Lesevergnügen stellte sich nach kürzester Zeit ein, denn Teresa Solana schreibt spritzig, treffend, intelligent, auf eine coole Art witzig, und entwickelt spannende und immer wieder überraschende Einfälle, die mich zu Fans der eigenwilligen Zwillingbrüder Euduardo und Borja Masdéu-Canals Sáez de Astorgas, alias Eduard und Pep Martínez werden ließen. Wie sich die beiden in liebenswürdig hochstaplerischer Manier des Auftrags eines hochkarätigen Politikers annehmen und dabei in den Kreisen der Oberen Zehntausend Barcelonas verkehren, Professionalität vorgaukeln, die sie lediglich aus der Lektüre von Kriminalromanen oder Filmen bezogen haben, ist hinreissend komisch und Lachanfälle sind vorprogrammiert. Ganz nebenbei wird man als Leser durch die verschiedenen Schauplätze Barcelonas geführt und kann - wenn man will - beim nächsten Barcelona-Besuch das ein oder andere Café, Bars oder Restaurants besuchen, in denen die Brüder mit der Lösung des Falles befasst waren oder sich von ihrer anstrengenden Tätigkeit ein bisschen erholten, denn im Anhang gibt es die entsprechenden Adressen. Diese kleine Schleichwerbung nimmt man gelassen zur Kenntnis, denn wenn man die letzte Seite gelesen und das Buch zugeklappt ist, hat man das beglückende Gefühl, einen richtig schönen Krimi gelesen zu haben.
Ich jedenfalls werde mir auch die anderen Bücher von Teresa Solana vornehmen!