DIe Kurzbeschreibung des Verlages ist völlig zutreffend und bedarf somit keiner Wiederholung. Das Buch bietet ein echtes Lesevergnügen und ist mit seinen knapp 300 Seiten auch nicht zu lang, so dass das Verfahren der ironischen, leicht persiflierenden Übererfüllung des Who's dunnit-Musters bis zum Schluss nicht ermüdet. Man muss aber schon ein paar von Agatha Christie's Romanen gelesen haben, Miss Marple (auch in ihrer filmischen Realisierung) und Hercule Poirot und die Grundkonstellationen klassischer britischer Kriminalromane kennen, um seinen Spaß zu haben; die Story allein gibt wahrscheinlich keinen allzu motivierenden Spannungsbogen her.
Das Buch ist auch als Produkt schön ausgestattet. Bedauerlich ist lediglich, dass die Handvoll Stellen, an denen der (Wort-)Witz von einer sprachreflexiven Idee lebt, geradezu stümperhaft übersetzt wurden. Dem im Klappentext eigens als literarischer Übersetzer praktisch auf Augenhöhe mit dem Autor vorgestellten Translator ist an solchen Stellen einfach nichts eingefallen. Man stutzt, weil man merkt, hier müsste eigentlich etwas sein, und erst wenn man sich dann überlegt, wie das wohl im Englischen geheißen hat, kann man die eigentliche Idee nachvollziehen. (Zum Beispiel an einer Stelle, an der "voice" sowohl "Stimme" als auch "aktiv/passiv" im grammatischen Sinne meint und das im Deutschen völig unverstehbar als "Stimme" durchgezogen wird.)So wird man also drei, vier Mal durch handwerkliche Mängel aus dem ansonsten schön formulierten Lesefluss geworfen; aber insgesamt bleibt doch der Eindruck einer angenehmen Lektüre. Keine Schenkelklopfer, aber feiner literarischer Humor!