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Produktinformation
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In dieser Situation, in der ihr Kollegen bereits zu einer Zwangsbeurlaubung raten, gerät sie an einem grauen und nebligen Winterwochenende an einen merkwürdigen Fall: Ein offensichtlich verwirrter japanischer Mönch stapft durch die Schneelandschaft östlich von Freiburg, nur bekleidet mit Sandalen und Kutte. Ratlos folgt sie der seltsamen Gestalt durch den Schnee. Der Mönch, der sich nicht aufhalten lässt, ist offenbar verletzt und scheint auf der Flucht zu sein. Louise spürt, dass sich hinter dem Verhalten des Mönchs ein schreckliches Geheimnis verbergen muss ...
Mit Mord im Zeichen des Zen ist Oliver Bottini ein beachtliches Krimidebüt gelungen. Der Autor, der bisher durch Schriften zum Zen-Buddhismus bekannt geworden ist, baut seine Erzählung behutsam und hintergründig auf. Seine Kommissarin Louise Bonì ist beileibe keine Heldin nach dem Baukastenprinzip! Der kundige und kraftvolle Erzähler Bottini scheint außerdem genau zu wissen, weshalb er seine Geschichten in einem Kriminalroman verpackt. Sein harter Realismus und die gebrochene Figur seiner Heldin heben sich deutlich und wohltuend von der gängigen deutschen Krimiproduktion ab.
So sind Bottini und seine Kommissarin Louise Bonì Namen, die man sich merken muss. Trotz einiger kleiner Ungereimtheiten schafft es sein Zen-Thriller, den Leser mit subtiler Spannung bis zuletzt zu packen. Eine eindeutige Empfehlung. --Christian Koch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Ein Zenmönch am Sonntag vormittag in dem kleinen badischen Dorf Liebau. Das hat es noch nicht gegeben, das erregt Aufsehen und ruft den Dorfpolizisten auf den Plan. Der bemerkt, dass der Mönch verletzt ist, aber der Mönch beantwortet die Fragen des Polizisten nicht. Als er einfach weiter hinein in den verschneiten Schwarzwald läuft, nur mit Sandalen und einer dünnen Kutte bekleidet, wird die Kripo in Freiburg alarmiert.
Das versaut der Kommissarin Louise Boni den freien Sonntag, denn ihr Chef, dem sie sowieso ein Dorn im Auge ist, beauftragt sie, der Sache nachzugehen. Eigentlich reine Routine, denken alle. Bis zwei Polizisten erschossen werden. Und damit gerät ein Fall ins Rollen, der nicht nur die Freiburger Kripo, sondern auch ihre Kollegen jenseits der Grenze in Moulhouse beschäftigt.
Bottinis erster Roman beginnt ruhig, wie eine Meditation. Er ist alles andere als ein Action-Thriller, aber spannend bis zur letzten Seite. Die Kommissarin Boni hat nicht nur einen komplizierten Fall am Hals, sie hat außerdem ein Alkoholproblem. Und deshalb wird sie bald von der SoKo, die die Morde aufklären soll, ausgeschlossen. Doch so leicht gibt sie nicht auf ...
Kommissare haben immer persönliche Probleme in neueren Krimis, das scheint eine Anforderung des Genres zu sein. Selbst in der heftigsten Schießerei pflegen sie ihre eingebildeten oder echten Wehwehchen, so dass ich mir manchmal die hardboiled Machos von früher zurückwünsche. Doch obwohl Bottini dieser Genreanforderung folgt und auch in seinem Schluss eher „modischen" Trends folgt, gelingt es ihm doch, den gängigen Klischees zu entkommen. Sein Roman ist auch ein Entwicklungsroman und die Person der Kommissarin ist fast spannender als der ganze Mordfall. Dazu kommt eine gekonnte Sprache, leicht hingeworfene, aber nie triviale Beschreibungen.
Wenn der Roman ein Manko hat, dann höchstens, dass es auf den ersten Seiten manchmal etwas unglaubwürdig ist. Dass ein Bürgermeister eines verschlafenen Dorfes wegen einem Mönch gleich die Polizei holt, das eine Kommissarin unentwegt an einen Kinderschänder denkt, den sie erschießen musste, das erschien mir beim Lesen doch etwas weit hergeholt.
Aber das sind nur die ersten Seiten und an dem Rest der Geschichte finde ich wirklich nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil. Ein rundum gelungenes Debüt, Daumen hoch.
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