Der junge Schreiber Rechmire wird nach Set-Maat der Stätte der Wahrheit geschickt um einen Mord aufzuklären, dort angekommen fällt er zunächst einmal von seinem hohen Ross als Schreiber, als er erfährt, dass die dortigen Handwerker nicht nur ihren "niederen" Beruf perfekt beherrschen, sondern ebenfalls fast alle lesen und schreiben können. Als Fremder in dem Dorf der Handwerkergemeinschaft wird er auch nicht grade mit offenen Armen empfangen. Viele Leute haben ihre eigenen kleinen delikaten Geheimnisse, die sie nicht preisgeben möchten und machen sich durch viele Ungereimtheiten in ihren Aussagen verdächtig. Bald schon wird ein Anschlag mit Skorpionen auf den herumschnüffelnden Rechmire verübt, bei dem er nur knapp mit dem Leben davonkommt. Beim Opet Fest wird dann einer der Hauptverdächtigen ermordet und hinterlässt ein paar in Blut geschriebene Worte auf der Wand. Wie es aussieht, soll der Pharao der nächste Tote sein.
Das Buch ist historisch gesehen außerordentlich gut geschrieben auch wenn die Geschichte selbst erfunden ist. Den Vergleich mit Christian Jacqs "Der Stein des Lichts" Reihe, die das gleiche Dorf als Schauplatz hat, braucht Cay Rademacher in keinster Weise zu scheuen. Vergleichsweise schreibt er wesentlich realitätsnäher und bodenständiger. Keine Wunder, keine übermäßigen Schönzeichnungen, im Gegenteil, Cay Rademacher präsentiert einen von der ersten bis zur letzten Seite spannenden und glaubwürdigen historischen Kriminalroman.
Als kleines Extra finden sich auch Teile von Ägyptischen Liedern, Hymnen und Fersen im Buch. Im Nachwort erklärt der Autor auch noch einmal wie viel von der Geschichte in seinem Buch belegt ist und wie viel er sich ausdachte, das macht ihn mir durchaus sympathisch, da man nicht erst zu Fachliteratur greifen muss um rauszufinden um wie viele belegte Fakten sich das Buch eigentlich wirklich dreht. Für trotzdem Interessierte verweist er auch gleich auf Geo Epoche Nr. 3, dem er einen fundierten Artikel über Set-Maat beisteuerte.
Das Einzige, das ich wirklich bedauert habe ist, dass die Geschichte nicht auf mehrere Bücher ausgelegt ist, man hätte mit den ganzen Nebenpersonen noch leicht ein bis zwei Bücher mehr schreiben können.