Kehrers Thema ist der Mord. Sowohl seine halbdokumentarischen, historischen Romane als auch die Wilsberg-Reihe handeln von Morden. So auch diese Dokumentation von Mordfällen in Münster, die irgendwann im Mittelalter beginnt und bis in die heutige zeit reicht. Wenn man Kehrer in seinen belletristischen Versuchen vorwerfen muss, dass es ihm nicht gelingt, natürliche Sprache sowohl in Dialogen als auch in der Handlungswiedergabe zu produzieren, so muss man bei diesem Buch und bei dieser Art von Literatur sagen, dass seine Sprache und sein Erzählstil dem Thema absolut angemessen sind. Er schreibt objektiv, wenn auch nicht ohne Augenzwinkern, er gibt die chronologischen Ereignisse detailreich wieder und schafft durch die bloße dokumentarische auflistung der z.T. unglaublichen Fälle tatsächlich so etwas wie Spannung. Kehrer sollte bei der Textgattung Dokumentation bleiben und die Versuche, belletristisch zu arbeiten aufgeben. Von Dokumentationen scheint er nämlich etwas zu verstehen.