Leider leider hat Dumont diese Krimireihe eingestellt. Auf Nachfrage im Verlag konnte mir kein Grund genannt werden, doch wenn ich mal eine Vermutung aussprechen darf, dann lag es vielleicht an zunehmender Ausuferung des Autoren-Spektrums (mit fehlender Resonanz). Die Ausrichtung dieser Buchreihe wurde vom Kommentator V. Neuhaus wie folgt bei Einführung charakterisiert: "Knarrende Türen in alten Herrenhäusern und dunkle Familiengeheimnisse ..."
Diesem Anspruch kann der Autor C. Daly mit "Mord an Loch Acht" nicht annähernd nahekommen. Überhaupt passt der Grundtenor dieses Schriftstellers nicht in eine Reihe mit Crispin, Innes, Carr, Van Dine, usw. aus dem "Golden Age" der Detektivliteratur und der gekonnten Nachfolger (E. Queen, A. Perry).
Der geschilderte Fall hat einen "amerikanisch" wirkenden, alltäglich-kriminellen Betrugshintergrund, der in einer beliebig wirkenden Kleinstadt zu Mordfällen führt. Keine Spur von Mysthik/Skurilität/Witz, wenig Spannung und im Vergleich zu Detektiven wie G. Fell/Vane/Appleby/und Fen, einen wenig charismatischen Fahnder. Keinesfalls kommen die erwähnten Detektive - wie bei C. Daly, durch den Einsatz von unnötiger Brutalität zu Ermittlungsergebnissen, sondern durch überraschende geniale Intelligenz.
Da aber vieles davon Geschmacksache ist und diese Bewertung eindeutig im Zusammenhang mit den geschätzten Hauptautoren dieser Reihe steht, mag ja ein Neueinsteiger Gefallen an dieser Art nüchterner Falldarstellung haben.