Wer mag, kann Sébastien Japrisot`s „Mord im Fahrpreis inbegriffen" als einen besonders raffinierten Whodunit lesen, von dessen Lösung selbst versierte Krimi-Experten am Ende überrascht sein werden. Hier gibt es nicht den obligatorisch auffällig Unschuldigen/Unverdächtigen, der dem Leser von Beginn ins Visier gerät. In einer geschickten Mischung aus chronologischem Erzählen und Rückblenden auf die tödliche Zugfahrt entwickelt Japrisot den spannenden Plot. Der Autor verstreut allerlei Hinweise und Sackgassen über viele Parallelhandlungen. Und selbst nach mehrmaligem Lesen wird der Leser begeistert sein von der Raffinesse des Autors und davon, wie sich am Ende alles folgerichtig zusammenfügt. Doch was diesen Roman zu einem außerordentlichen Lesevergnügen macht, ist die schriftstellerische Brillanz: eine klare, einfache und scheinbar leichte Prosa, eine filmische Darstellung mit knappen Beschreibungen und knappen Dialogen sowie mit Hilfe starker Pinselungen lebendige, glaubwürdige Charaktere.
Japrisot's „Mord im Fahrpreis inbegriffen" scheint geradezu für das Kino geschrieben zu sein. Folgerichtig wurde der Roman 1965 von Constantin Costa-Gavras verfilmt, der mit diesem Film als Regisseur debütierte. In den Hauptrollen spielten Yves Montand, Simone Signoret, Jacques Perrin und Jean-Louis Trintignant. Der Film wurde ein Kassenhit und nach seiner Aufführung in den USA in die Liste der „10 Besten Filme des Jahres" aufgenommen.