Als der römische Politkriminelle Clodius auf der Via Appia ermordet wird, gerät Rom in Aufruhr. Die Anhänger des getöteten Bandenführers brennen Teile des Forums nieder und ziehen plündernd durch die Stadt. Da es über die Umstände des Mordes viele sich gegenseitig widersprechende Gerüchte gibt, werden der Privatermittler Gordianus und sein Adoptivsohn Eco von Pompeius Magnus beauftragt zu klären, was sich wirklich auf der Via Appia zugetragen haben mag. Hat Clodius Erzfeind Milo diesem einen Hinterhalt gelegt oder etwa umgekehrt? Nach eingängiger Befragung der Zeugen fügt sich für Gordianus langsam ein Bild der Ereignisse zusammen, doch dann werden er und sein Sohn in eine Falle gelockt und entführt...
Mit "Mord auf der Via Appia" ist Steven Saylor ein überaus spannender historischer Kriminalroman gelungen, an dem es außer der Tatsache, dass sich der Autor aus dramaturgischen Gründen einige Freiheiten nimmt und dass Gordianus als einfacher Bürger in den Kreisen des hohen Adels ermittelt, welche ihm in der Realität wohl nicht zugänglich gewesen wären, wenig auszusetzen gibt. Auch bei Saylor ist der Romanheld- wie bei Lindsey Davis und John Maddox Roberts- gleichzeitig der Erzähler, wobei sich Saylors Werk jedoch von den beiden anderen Autoren durch seine Ernsthaftigkeit unterscheidet, während sowohl Davies als auch Roberts auf Humor setzen. Dramaturgisch besonders gelungen an diesem Roman ist, dass es ganz am Ende, als alles schon vorbei zu sein scheint, noch einmal eine überraschende Wende gibt.