Hölle! Das einzige Wort, das mir zu dem irrsinnigen Sound der ganz frühen Sepultura einfällt. 1985/86, als jene beiden Werke entstanden sind, war der Deathmetal noch frei jeglicher Schönheitsambitionen gothischer Art, frei von romantischer Kuschelstimmung. Deathmjetal war roh, unheimlich brachial, primitiv, blutig, infernalisch, höchst intensiv und böse. Sepultura vereinen diese Attribute perfekt auf den beiden sich auf dieser CD befindenden Veröffentlichungen. Jairo T.'s schneidende Soli, Max' säbelnde Rhythmusgitarre und sein fieses Gegrunze, dazu Igor und Paolo als chaotisch polternde Rhythmustruppe, fertig war der Death/Black/Thrashmetal. Technisch gesehen befanden sich Sepultura, allesamt Teenager, damals noch im Anfangsstadium, schrieben aber Songs, die uaf ihre Art und Weise schon wieder Hymnen waren und bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Die Texte waren unheimlich primitiv, da die Boys natürlich kaum Englisch sprachen. Egal, sie galten ohnehin nur als Beiwerk, als Tüpfelchen auf dem i. Welch unheimliche Wut muß in den Kids damals gesteckt haben? Dieses infernalische Klanggewitter fiel danach einer Weiterentwicklung zu kontrollierterem (jedoch nicht langweiligerem) Thrashmetal zum Opfer, was bis zur begnadeten Arise LP, dem Höhepunkt Sepulturascher Kreativität, führte. Nach diesem Brecher konnten und wollten sich die Herren nicht mehr steigern und widmeten sich voll und ganz dem groovigen Hardcorethrash, später sogar unheimlich ätzenden Experimenten mit Tribalsounds und Noiseelementen, welche kein einheitliches Songwriting mehr erkennen ließen und die einstige Hymnenhaftigkeit der Stücke unter den Tisch kehrten. Zurück zu diesem gerade auf meinem Plattenteller rotierenden Juwel. Hier kam es nicht darauf an, irgendwelche unmetallischen Experimente einzugehen, hier regiert die pure schwarze Macht. Häßlicher, ultraharter und doch nachvollziehbarer Metal. Ein Genreklassiker, der Bands wie Nifelheim, Darkthrone und Mayhem sicherlich beeinflußt haben dürfte! Killer!