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Die Moral der prozessualen Logik der Moderne. Warum wir sollen, was wir sollen
 
 
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Die Moral der prozessualen Logik der Moderne. Warum wir sollen, was wir sollen [Gebundene Ausgabe]

Günter Dux
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
  • Verlag: Velbrück; Auflage: 2., Aufl. (4. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3934730841
  • ISBN-13: 978-3934730847
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.199.692 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Günter Dux
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dux’ Untersuchung zur Moral macht einsichtig, dass und wie sich die Moral als eine Form sozialer Vernunft aus einer Bedingungskonstellation der evolutiv erworbenen Verfassung heraus zu bilden vermochte und immer wieder zu bilden vermag. Unter den erkenntniskritischen Vorgaben der Moderne lernen wir mit Günter Dux, die Moral neu zu verstehen – anders als sie in aller Vergangenheit verstanden wurde. Dux macht deutlich, dass es zum Verständnis der Moral einer anderen Logik bedarf, nämlich einer prozessualen, mittels deren sich fassen lässt, dass und wie Moral sich mit der Vernunft in der Gesellschaft historisch-genetisch bildet. Das erkenntniskritische Interesse an der Moral ist politisch motiviert. Wir sind mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in eine Krise geraten. Das Problem ist der Markt. Es ist nicht mehr sinnvoll, diesen Verhältnissen eine von der Idee der Versöhnung bestimmte Welt als normatives Ideal zugrunde zu legen. Das Normative muss aus den Strukturen der Gesellschaft heraus bestimmt werden. Nur dann vermag es in der Gesellschaft etwas auszurichten. Dazu bedarf es jedoch der Kritik der Moral und einer trennscharfen Bestimmung der Gerechtigkeit. Auch sie stellt sich in der prozessualen Logik anders dar, als im philosophischen Denken von der Antike bis zu unserer Gegenwart.

Über den Autor

Günter Dux ist Professor für Soziologie an der Universität Freiburg. Zuletzt hat er veröffentlicht: Geschlecht und Gesellschaft. Warum wir lieben. Die romantische Liebe nach dem Verlust der Welt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist ganz gut geschrieben, mit viel Sachkenntnis, gewiss. Doch es erscheint mir etwas langatmig. Wenn der Autor von der anthropologischen Verfasstheit der Moral schreibt, so meint er damit, dass die Moral sich in soziokulturellen Organisationsformen erst phylogenetisch und ontogenetisch zu entwickeln vermag und das Interesse am Anderen als bedeutsamen Andren als Bedingung der Entwicklung hat. Ist dieses Interesse erstmal entwickelt, lässt es sich einüben und praktizieren, d.h. vermittels intentionaler Handlungen realisieren.

Es stellt sich während der Lektüre also die Frage, worin wir uns bewegen (Realität) und wohin wir uns bewegen wollen (Idealität/Utopie). Um diese Fragestellungen zu präzisieren und zu erörtern, bieten sich - auf der einen Seite die historisch-genetische Rekonstruktion (z.B. Dux) - als Beitrag zum Verständnis des Zustandekommens der derzeigen amoralischen Strukturen der Marktgesellschaft - auf der anderen Seite die philosophisch-normative Projektion (z.B. Kant) - als Zielorientierung für das subjektive Verständnis des Zuhandelns in ebendieser Form der materialistisch strukturierten Gesellschaft, an.

Insofern nun ein Verfechter einer bestimmten Logik die andere zu ersetzen oder zu verwerfen sucht, um dem Leser zum "wahren" Verständnis der historisch gewordenen Realität zu verhelfen, ist ebendiese Logik - wenn nicht vom Inhalt, so doch vom Anspruch her - eine absolutistische, möge sie sich auch als prozessuale bezeichnen. Weil der Autor beabsichtigte, die beiden Begründungsstrukturen einander gegenüberzustellen (Omnia est evertenda), füge ich hinzu: Es scheint ein schwieriges Unterfangen zu sein, der transzendentallogischen Begründungsstruktur der Moral bar jeglicher empirischer Beimengung eine prozesslogische Begründungsstruktur bar jeglicher geistigen Grundlage bzw. Veranlagung entgegen zu setzen, und sei es nur, um der empirischen Methode wieder größere Zugkraft und Glaubwürdigkeit zu verleihen, indem sie von den in den meisten Diskursen über Moral immer noch herrschenden Absolutheitsansprüchen und Letztbegründungen des Logizismus (Kant, Hegel; Habermas, Apel) so deutlich wie nur irgend möglich abgegrenzt wird.

Das Buch ist in einem ähnlichen Stil wie diese Rezension gehalten. Wem dieser Stil zusagt, greife zu; wem er mißfällt, lasse die Finger davon.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Langwierig, sprachlich etwas schwerfällig und auf redundanten Umwegen entwickelt der renommierte Soziologe Günther Dux seine schon fast wie eine Binsenweisheit anmutende These zu der zeitlosen Frage "Warum wir sollen, was wir sollen?": Weil ohne Normen mit moralischen Werten als Substrat unser Zusammenleben in der Gesellschaft schlechthin undenkbar wäre und im Chaos endete. So weit so klar, aber Hand aufs Herz: Welcher halbwegs nachdenkliche Zeitgenosse, der seinen Lebensentwurf noch auf dem Boden eines gewissen Wertekanons gestaltet - was allerdings in der Tat nicht mehr so selbstverständlich ist wie noch vor 20 Jahren - wusste das nicht vorher schon? Dennoch bleibt lesenswert, wie der Sozialwissenschaftler die Begründungsebenen der Moral aus soziologischer Sicht im Wandel der Zeiten in ihrer Veränderung nachzeichnet. Dux hat Recht, wenn er seine Auseinandersetzung mit der klaffenden Lücke beginnen läßt, welche die geradezu dramatische "Kopernikanische Wende" in unserem "Moralgebäude" hinterlassen hat. Letztere führte nämlich in der frühen Neuzeit zu einem tiefgreifenden Bewußtseinswandel, als im Gefolge von Kopernikus, Kepler, Galilei und anderen nicht ohne Wehmut eingesehen werden musste, dass in der Welt kein geistiges Prinzip (Gott?) mehr als Garant wert- und normorientierten Handelns bzw. Sanktionsinstanz dingfest gemacht werden konnte, weshalb die Geltungsdimensionen und Inhalte der das Handeln bestimmenden moralischen Grundlagen seither durch den Menschen allein im Prozess der Gesellschaft immer neu gestaltet und weiterentwickelt werden müssen. Dabei ist letztlich zweitrangig, ob gewisse moralische Dispositionen bereits genetisch angelegt sind, einem moralischen Gesetz "a priori" à la Kant entspringen (beides bestreitet Dux) oder, entsprechend seiner Position, rein empirisch gewonnen werden. Auf das moralisch akzeptable Ergebnis kommt es an. Und hier spielt immer noch die menschliche Freiheit zur Selbstbestimmung die entscheidende Rolle.
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