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Moor: Roman Gebundene Ausgabe – 9. September 2013

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 440 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (9. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518423932
  • ISBN-13: 978-3518423936
  • Größe und/oder Gewicht: 13,3 x 3,7 x 20,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 366.918 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Geltinger wagt alles und gewinnt viel.«
KulturSPIEGEL

»Mit großer Einfühlung hat Gunther Geltinger den schwierigen, fast unlösbaren Konflikt beschrieben, den die Abnabelung von Marga und ihrem Sohn Dion beherrscht und den Weg in die Autonomie beider behindert. ... Ihm ist ein sprachmächtiges, radikales Buch gelungen.«
Henning Burk, 3sat Kulturzeit 09.09.2013

»Eindringlich schreibt Geltinger vom fast unlösbaren Konflikt, den die Abnabelung von Mutter und Sohn mit sich bringt, ohne schnelle Deutung, kraftvoll und einfühlsam ... und poetisch.«
Marianne Mielke, Inforadio RBB 17.09.2013

»Der Schriftsteller Gunther Geltinger hat einen artistischen, energiegeladenen Roman über die Sprachlosigkeit geschrieben.«
David Hugendick, ZEIT Online

»Denn der Roman Moor ist auch ein Lied zum Lob der Natur, zum Lob des Körpers. In den sensiblen, poetisch inspirierten Schilderungen von Libellen und Eulen, von Wetter und Licht, von den Geheimnissen des sich verwandelnden Körpers liegt eine fragile Schönheit.«
Sabine Peters, Deutschlandfunk 20.09.2013

»Eine virtuose, rhythmische Prosa ist Geltinger gelungen, in der Hören, Riechen und Fühlen die Farben für einen komplex gewebten Erzählteppich bilden. ... Geltinger psychologisiert nicht, er doppelt nicht die Bilder von Sexualität, Angst, Verführung und Gewalt, sondern er hat den imaginären Ort gefunden, an dem das Innere der Figuren seinen wuchtigen Schauplatz erhält. Beeindruckend.«
Thomas Linden, Kölner Kultur 07.09.2013

»Den Furor der Bilder und Metaphern, die hektischen Assoziationsketten, den Rausch, in den man als Leser unversehens hineingerät. Da hat einer in der Literatur alles abgeworfen, was ihn einst gehemmt hat. Jetzt kennt er keine Grenzen mehr. Und das ist ziemlich großartig.«
Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau 21.11.2013

»Geltinger hat einen Roman geschrieben, in dem der Leser versinken kann wie ein Verirrter im Moor. Ein herausforderndes Werk. Nach all den Weihnachtsplätzchen, nach Marzipan und Schokolade ist das gesunde geistige Kost.«
DER SPIEGEL 2/2014

»Die Frage, warum die Krankheiten der Seele zurzeit auf so interessante Weise in die Romane der unmittelbaren Gegenwart drängen, wäre eine ausführliche Betrachtung wert. Gunther Geltinger hat sich auf diesem Feld mit seinem intensiven, packenden, mutigen, rätselhaften Roman Moor einen vorderen Platz gesichert.«
Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung 22.01.2014

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Gunther Geltinger wurde 1974 in Erlenbach am Main geboren und lebt heute in Köln. Er studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sein von der Kritik gefeiertes Debüt Mensch Engel erschien 2008; Moor ist sein zweiter Roman.


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Gavin Armour am 2. Mai 2014
Format: Gebundene Ausgabe
Wer je William Faulkners "Schall und Wahn" las, weiß, wie es ist, wenn man als Leser in eine Sprachsuppe geschmissen wird, die über nahezu einhundert Seiten sich nicht an Chronologie, Zeiten, Zeitabläufe oder auch nur daran hält, wer spricht und zu wem. In Gunther Geltingers Roman MOOR werden wir auf den ersten (und vielleicht doch entscheidenden) Zweihundert Seiten mit genau einer solchen Sprachsuppe konfrontiert. Der dreizehnjährige Dion begegnet uns, der mit seiner Mutter im Moor irgendwo um Hamburg herum lebt, der Vater tot, von den Dorfbewohnern schief angesehen. Dion stottert, und zwar schwer. Er ist ein Kenner des Moores, er ist vor allem ein Kenner der Libellen und ihres Lebens, ihrer Fortpflanzung, ihrer Ernährung, ihres Zyklus, der etwa ein Jahr umfasst, inklusive des Larvenstadiums. Dion weiß um ihre Augen, die als Facettenaugen nicht nur die Welt tausendfach fragmentiert sehen, sondern auch eine vollkommen andere Zeitwahrnehmung suggerieren. Und so wird das Buch formal gestaltet von diesen Parametern: Zeit und Blickwinkel können sich ununterbrochen ändern, neu ausrichten, gedehnt oder verdichtet werden. Dion, so erfahren wir anfangs des Buches, soll ein Referat über diese Insekten halten und er weiß, daß er es nicht wird halten können, aufgrund seiner Sprachstörung. Und als er vor der Klasse Tanja trifft, die unter Osteogenesis imperfecta - also der Glasknochenkrankheit - leidet, weiß diese schon aus seinem Blick, daß er die Schule fliehen wird. Und seine Mutter, die ununterbrochen mit dem eigenen, verpfuschten Leben als nicht anerkannte Künstlerin beschäftigt ist, wird ihm keine Hilfe sein.Lesen Sie weiter... ›
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Format: Gebundene Ausgabe
Am Ende meiner Rezension zu Gunther Geltingers Debütroman „Mensch Engel“ im Jahr 2009 schrieb ich:

„Gunther Geltinger ist ein furioser Auftakt gelungen, doch man hat erhebliche Zweifel, ob er noch einmal diese Kraft aufbringen wird für ein Buch, vielleicht auch mal eines außerhalb seiner ghettoartigen Existenz. Er hat viel in Schwulenzeitschriften veröffentlicht, doch ich wünschte mir ein Buch, in dem diese Thematik einmal nicht endlos variiert wird.“

Er hat sich für seinen zweiten Roman viel Zeit genommen und wieder variiert er das Thema Homosexualität, doch er hat es eingebettet in eine Geschichte, die er erzählen lässt vom Moor. An dessen Rand nämlich wächst der 13- jährige Dion Katthusen mit seiner psychisch erheblich gestörten Mutter Marga auf. Immer wieder während der Kindheit von Dion übertritt seine Mutter die Grenzen einer für das Kind gesunden Eltern-Kind-Beziehung, bis hin zum sexuellen Missbrauch.

Dion wächst auf in einer von Geltinger brillant beschriebenen, engen, geradezu gespenstischen Atmosphäre, aus der ihm jedoch erste Schritte eines Ausbruchs gelingen. Er entdeckt sowohl seine Liebe zur Pfarrerstochter als auch seine ersten homosexuellen Neigungen.

Mit einer kräftigen und bildreichen Sprache, in der sich der Erzähler und das Erzählte kunstvoll abwechseln, verknüpft Geltinger immer wieder geschickt die Ebenen von Realität und Traum.

Dion kann, weil er stottert, nur in sich selbst zur Sprache kommen. Deswegen lässt Geltinger das Moor erzählen über den Zeitraum eines ganzen Jahres.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Elisa am 23. September 2013
Format: Gebundene Ausgabe
Der Inhalt von ‚Moor’ ist in wenigen Sätzen zusammengefasst:

Der 13jährige Dion Katthusen lebt allein mit seiner emotional gestörten Mutter Marga am Rand einer Moorlandschaft. Marga überschreitet die Grenzen einer normalen Eltern-Kind-Beziehung bis hin zum sexuellen Missbrauch. In dieser klaustrophobischen Atmosphäre erkämpft sich der Pubertierende dennoch die erste – im wahrsten Wortsinne – zerbrechliche Liebe zur Pfarrerstochter und entdeckt parallel dazu seine homosexuelle Neigung.

Aber auch, wenn eine längere Inhaltsangabe mehr Details anführen würde, wüsste man noch nicht viel über das Buch von Gunther Geltinger, denn er erzählt nicht entlang eines Plots. Seine Geschichte schöpft ihre Kraft aus der Sprache und der kunstfertigen Konstruktion um Erzähler und Erzähltes, aus dem Spiel mit Realität, Erinnerung, Vorstellung und Traum.

Die Ereignisse um Marga und Dion erzählt das Moor, eine Naturgewalt ergreift das Wort. Dieser Kniff ist ungewöhnlich, erscheint aber absolut stimmig, da Dion selber als Stotterer nur über eine innere Sprache verfügt, die er in den seltensten Fällen tatsächlich über die Lippen bringen kann. Das Moor nimmt ihm diese Aufgabe ab, findet die eindrucksvollsten Beschreibungen für seine eigene Schönheit und mäandert assoziativ an den Geschehnissen eines Jahres entlang, wobei der Leser niemals sicher sein kann, was von alledem nun wirklich genauso gewesen ist und was vielleicht ganz anders.

Das wird spätestens dann offenbar, wenn eine vermeintlich „reale“ Marga auftaucht, die das - Jahre später geschriebene - Buch ihres Sohnes liest und sich über die Verzerrungen darin aufregt.
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