Iris Bahr besticht vor allem durch jenen selbstironischen Humor, den New Yorker Jüdinnen wohl am besten beherrschen (sie ist in New York geboren, hat dort ihre Kindheit verbracht, ist nach der Trennung ihrer Eltern mit der Mutter nach Israel gezogen, nach ihrer Asienodyssee aber wieder nach USA zurückgekehrt). Hier wird über Israelis, Deutsche, Amerikaner, Thais, Inder, Engländer und vor allem Backpacker hergezogen, Klischees auf den Kopf gestellt und in keinem Fall ein Blatt vor dem Mund genommen. Es ist die unkomplizierte, humorvolle und mitunter von einer tüchtigen Brise Umgangswörtern gewürzte Sprache, die Bahrs Erinnerungen so eindrücklich machen und - Andrea O'Brien sei Dank - durch die Übersetzung nicht gelitten haben. Vielleicht kein Wunder für eine Frau, die ihren Lebensunterhalt trotz Studiums der Neuropsychologie und Theologie (magna cum laude!) heute als Bühnenkomikerin verdient.
Als Reisebeschreibung oder gar Reiseanleitung ist dieses Buch nicht zu empfehlen. Seit Iris Bahr zwanzig Jahre alt war, sind ein paar Jahre vergangen. Als ich 1996 Vietnam bereiste hatte sich zum Beispiel der von Bahr angeheuerte Fahrer mit Transporter bereits in zahlreiche private Busunternehmer verwandelt, die die Strecke Hanoi-Saigon täglich anfuhren. Bahrs Aufzeichnungen beinhalten keine Naturbeschreibungen, kaum geschichtlichen Hintergrund und geben sich nicht mit Sehenswürdigkeiten ab. Ihr eigener, jugendlicher Werdegang steht im Mittelpunkt der Reise.
Jedem Rucksacktouristen (auch denen, die immer gerne gewollt hätten, und nie in den Flieger gestiegen sind) sei dieses Buch jedoch von ganzen Herzen empfohlen. Es ist unglaublich unterhaltsam und erfrischend ehrlich. Eltern, die ihre Kinder gerade auf jenen anekdotengepflasterten Pfaden zwischen Phat Pong Road und Himalaya wissen, sollten allerdings gewarnt sein, ... es gibt Dinge, die ändern sich nie!
Bleibt nur zu sagen: Moomlatz Moomlatz!