Große Ereignisse werfen ja bekanntlich ihre Schatten voraus: Nach dem gelungenen Einstand der NamNamBulu-Nachfolgeband Frozen Plasma hat es zwar etwas gedauert, bis der zweite Longplayer endlich erscheint, aber auch wenn der Satz abgedroschen klingt: Das Warten hat sich gelohnt. Vasi Vallis und Felix Marc konnten durch ihr Album Artifical schon eine Duftmarke setzen, die Singles Tanz Die Revolution und Earthling ließen schon erahnen, dass das neueste Werk Monumentum seinen Namen zu Recht trägt. Dieser Titel wurde nicht aus Größenwahn ausgewählt, rechtfertigt sich Vasi fast schon entschuldigend für die Titelwahl. Tatsächlich bedeutet das Wort einerseits Denkmal, andererseits auch Grabmal. Wie die lateinischen Bedeutungen des Titels aufzeigen, können wir uns mit diesem zweiten Album entweder etablieren, oder ein großes Gähnen bewirken. Unbegreiflich, dass ein Musiker, der vielleicht die genialsten Melodien auf Erden komponiert mit so viel Understatement sein neuestes Werk präsentiert. Nur Mut, Herr Vallis! Monumentum ist ein Denkmal. Schon der Anfang ergreift einen mit seinen Streichern und breiten Flächen. Ein so sphärisches Intro gab es zuletzt auf VNV Nations Futureperfect. Und das ist schon verdammt lang her. Und schon der nächste Song zeigt, warum Frozen Plasma zu den vielleicht wichtigsten Vertretern der Electro-Pop/Future-Pop-Szene gehört. The End Deliverance fängt den Moment des Sterbens ein. Traurig ja, aber nicht ohne Zuversicht: My eden shines bemerkt der Sterbende, und love still beside us as I left. Kitschig? Ja! Aber niemals peinlich. Denn es sind Emotionen, die hier offen gelegt werden und durch das perfekte Zusammenspiel aus den verschlungenen, sphärischen Melodien Vasis und der kraft- und gleichzeitig gefühlvollen Stimme Felix. Dass man dazu nebenbei auch noch gut dazu tanzen kann, ist eigentlich Nebensache. Sicherlich werden solche Stücke wie eben The End oder auch das hitverdächtige The Speed Of Life und Murderous Trap im Sturm die Tanzflächen erobern. In erster Linie geht es jedoch um Gefühle. Um Freude, Angst, Melancholie, Wut ... eben um das, was das Leben ausmacht. Monumentum entfaltet eine ganze Spielwiese der Emotionen, die vor allem in den ruhigeren Momenten seine schönsten Blüten treibt (Almond Flowers, Touching Ground). Ein großer Wurf ist den beiden mit Monumentum gelungen. Vielen Dank für diese wunderbare Musik!