Nachdem ich das Debüt des Fünfers aus Ohio rauf und runter gehört hatte, waren dementsprechend meine Erwartngen hoch an den Zweitling. Das Debüt "Apologies Are For The Weak" hat mich echt umgehauen, im positiven Sinne. Eine gewaltige Stimme des Shouters, der gekonnt tiefe Growls, hohe gepitchte Screams und vor allem Fry Screams miteinander verinden konnte, was sich vor allem bei den schnelleren Strophen und Breakdowns sehr gut machte. Die Gitarren waren öfters dem üblichen Metalcore-Gefrickel angesiedelt, was dem ganzen aber keinen Abfall bescherte, denn sie konnten (wie in "Architect") auch teschnich überzeugen. Oft war es eine Mischung der Göteburger Schule und der neuen moderneren Death-Ecke. Die Drums waren aber über jeden Zweifel erhaben. Wenn man sich den Drummer Jerod Boydmal anschaut denkt man nicht im Tram daran, dass er eine solche Leistung abgeben kann, grade beim doppelten Bass-Drum-Spiel. Zum Basser lässt sich zwar nie viel zu sagen, da es ja meistens das am einfachsten gehaltene Instrument ist, aber da Josh Gillespie auch die klar-gesungenen Passagen übernimmt hat man auch hier ein Ausnahmetalent. Seine Stimme weiß zu überzeugen, auch wenn sie einen kleinen Nervfaktor hat, wenn sie zu oft eingesetzt wird.
Genug vom Debut, was kann denn nun der Nachfolger?
Nunja. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert, bis auf den Wechsel beim Bass. Man hat sich hier wieder Ryan Neff geschnappt, den ursprünglichen Basser und Clean-Vocalist, der sich aber m.M. nach genau so wie Josh Gillespie anhört. Man hat wieder die gleiche Zahl an Songs, wieder einen ohne Clean-Gesang (dafür aber auch einen ohne Shouts) und an der Spielteschnick hat sich nicht viel geändert. Es könnte auch ein "Apologies Are For The Weak" Nummer 2 heißen... Erst mal zu den Songs:
1. Our Kings: Verdammt guter Opener! Es geht ohne großartiges Intro los und direkt weisen die schnellen Blastbeats darauf hin, in welche Richtung sich der Song bewegen wird. Zum Refrain kommt man auch dementsprechend schnell, der hier sehr episch gehalten wird, mit einigen Background-Vocals. Das Tempo wird lediglich beim Refrain und den Breakdowns rausgenommen. Noch besser, als der Opener des Vorgängers und definitiv mein Anspieltip Nummer eins!
2. Masses Of A Dying Breed: Ein sehr melodisches Intro mit gesprochenen Versen, was dann nach dem ersten Scream, den hohen 16tel Noten und dem Double-Bass Part zerstört wird. Danach wird der Song jedoch etwas ruhiger und epischer, was grade beim Refrain auf seine Kosten kommt. Gut im Kontrast zu dem etwas ruhigerem Rest des Songs stehen die tiefen Breakdowns. Konsequent gute Weiterführung.
3. Answers: Der Song ohne Clean-Gesang, was der Abwechsung erneut sichtlich gut tut. Ein sehr abwechslungsreiches und unvorhersehbares Stück, welches schnell zwischen Breakdowns, einer Art Refrain und den Midtempo Strophen wechselt. Hier kommt der teschniche Anteil nicht zu knapp.
4. Relentless Chaos: Ja, das ist nun die erste Single. Ich weiß nicht. Sie ist mir ein bisschen zu "sanft gehalten". Eswird hier ähnlich wie bei "Masses of A Dying Breed" vorgegangen, allerdings ein wenig zu melancholisch und mit zu viel Clean-Gesang für meinen Geschmack versetzt, jedoch ohne Zweifel kein schlechter Song.
5. Creations: Fängt gut mit hoch gepitchten Screams an, wird jedoch ein wenig langweilig, da der Song nach Schema F abläuft und man ach bei jeder anderen Band dieses Genres hätte finden können. Nicht gerade schlecht, aber wie gesagt, nicht grade eigenständig.
6. Gears: Fängt mit einem Old-School Intro an, welches mich sehr stark an "Blackening" von Metallica erinnert. Das Intro ist ohne jeden Zweifel erhaben ausgezeichnet, wird nur ein bisschen in die Länge gezogen. Allerdings einen leicht nervigen Refrain und zu einfach gehaltene Strophen.
7. Colossal: Hier zeigen sie wieder was sie können! So muss das sein! Ein schneller und starker Anfang, der sich allerdings nur als Aufbau für den direkt darauffolgenden Breakdown erweist. Hier wird nicht nach dem üblichen Mustern musiziert, sondern auch mal gekonnt durch das alte Schema gebrochen. Besonders der Refrain weiß zu überzeugen und auch die Shouts von Levi Benton sind sehr variabel. Starker Song.
8. We Have Fallen: Es geht wieder bergauf! Nachdem Colossal schon gut vorgelegt hat wird es mit Track Nummer 8 nochmals gesteigert. Der Song ist definitiv im Uptempo Bereich gehalten. Öfters finden schnelle Blast einfzug und der Refrain, inklusive Pre-Refrain wird nicht nur von Ryan Neff gesungen, sondern diesesmal auch von Levi. Einer der besten MMI Refrains überhaupt, wenn man mich fragen würde. Dazu kommt noch ein schneller, eher groovender Breakdown, der sich in sich selbst noch mal steigert, wenn er vom Stakkato in den Legato Bereich überläuft.
9. In Recognition: Nunja, definitiv mal etwas anderes. Ein sehr melancholisches Stück ohne jeden uncleanen Gesang. Cleane Gitarren mit extrem viel Hall und viele Effekte. Erinnert mich stark an The Devil Wears Prada's "Louder Than Thunder". Ist definitiv Geschmackssache. M.M. nach werden hier die cleanen Vocals überstrapaziert, allerdings zeigen sie hier auch erstmals ein ganz neues Spektrum an Können. Ich bin da irgendwie zwischen zwei Seiten hin und hergerissen.
10. Monument: Der Titeltrack. Hier wird wieder drauflos geprügelt, was nach "In Recognition" wirklich umso heftiger wirkt. Liegt aber eher im mittelmäßigen Bereich und kommt keinesfalls an den Rausschmeißer "Forgive And Forget" des Vorgängers ran.
Alles in Allem ist es ein solides Album, das nahtlos an den Vorgänger anknüpft. Wer genau das sucht, wird hier sicherlich seinen Spass haben, ich hatte mir aber nach dem Vorgänger etwas mehr erhofft als "nur" nochmal Dasselbe in grün. Ich hoffe, beim nächsten Output zeigen sie sich kreativer und experimentirfreudiger, um ihr Debut toppen zu können.
Anspieltipps:
Our Kings!
Masses Of A Dying Breed!
Collosal
We Have Fallen