Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich mir "Monte Grande" wirklich kaufen soll. Das ich mich mit dem Konstruktivismus beschäftigt habe ist schon etwas länger her und seitdem habe ich mich mit Selbsthypnose-CDs, der Systemischen Strukturaufstellung und anderen Kurztherapieformen eher auf praktisches Terrain begeben. Trotzdem bin ich im Nachhinein froh über meine Entscheidung, dieser DVD eine Chance zu geben
Es handelt sich um eine Dokumentation über den Werdegang und Ansichten des Biologen und (Ex-)Konstruktivisten Francisco Varela, welche von ihm selbst, seiner Familie, dem Dalai Lama, Heinz von Förster, seinem ehemaligen Lehrer Humberto Maturana und anderen Persönlichkeiten geschildert werden. Wer sich also nicht für den Konstruktivismus interressiert, der wird auch mit den Inhalten dieser DVD nicht viel anfangen können. Wer sich bisher noch nicht mit dieser Materie beschäftigt hat, wird die Inhalte der Dokumentation vermutlich als sehr langweilig oder nichtssagend wahrnehmen, da er sie wohl kaum einordnen und mit ihnen etwas verbinden kann.
Kurz nach dem ersten Sehen hätte ich noch gesagt, dass das Sehen des Films durch das Lesen-müssen der Untertitel recht anstrengend war und ich mit Büchern in der gleichen Zeit viel mehr Informationen hätte aufnehmen können. Dies kann ich jetzt eine Woche nach dem Sehen der DVD ganz anders sehen. Es war auch mal schön, Menschen wie Humberto Maturana, Heinz von Förster, den Dalai Lama oder Francisco Varela auch mal "live" zu sehen, nachdem ich sie zuvor nur ihre Schriften und ein paar Fotos von ihnen kannte. Des weiteren blieb schon einiges bei mir hängen.
Meiner Meinung ist es auch sinnvoller, sich mal mit solchen Themen wie der eigenen Wahrnehmung oder dem Tod zu befassen, als mit Al Gore, Michael Moore & Co immer nur die großen Probleme im Auge zu haben. Ich würde mir sehr wünschen, dass "Der Baum der Erkenntnis" von Francisco Varela und Humberto Maturana noch eine Neuauflage erlebt, aber das ist ein anderes Thema.
Zur DVD sei noch zu sagen, dass sich das Schauen der angegebenen 220 Minuten als etwas umständlich erwies. Der Film ist sehr viel kürzer und man hat nur innerhalb des Films immer wieder die Möglichkeit, sich zusätzliches Material an zu schauen(Ich fand das etwas unnötig kompliziert). Aber das ist nicht weiter tragisch, da man ohne das versteckte Zusatzmaterial das wesentlichste und wichtigste sehen kann und 220 Minuten wirklich etwas lang wären.