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Montaigne heute. Leben in Zwischenzeiten
 
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Montaigne heute. Leben in Zwischenzeiten [Gebundene Ausgabe]

Mathias Greffrath
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 411 Seiten
  • Verlag: Diogenes (Juli 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257061625
  • ISBN-13: 978-3257061628
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,6 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 973.299 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mathias Greffrath
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Zeitgenosse Montaigne

lx. In einer Zeit, in der alles möglich und nichts mehr gewiss sei, müsse man wieder ganz vorne anfangen – bei sich selbst. Und gibt es einen, der uns beispielhafter vorgemacht hat, wie man «bei sich» und «mit sich» sein kann als Montaigne? Mathias Greffrath weiss, dass seine Frage rhetorischer Natur ist. Überhaupt separiert sich die Welt in Montaigne-Kenner und Ignoranten (was arrogant klingt, so falsch aber nicht ist). Montaigne ist uns immer nahe; wer ihn kennt, ist selten verlegen um einen Kommentar zur Jetztzeit. Schreibst Du eine neue Vorbemerkung (was Mathias Greffrath für sein erstmals 1984 erschienenes Montaigne-Buch tut), so erinnere Dich an die «Essais»: «Alles wimmelt von Kommentaren; an Autoren ist grosser Mangel» (III, 13). Aber Montaigne heute, 1998? Man solle sich nur umsehen in der Welt, in der man lebt: Auf der Parkbank sitzt eine Frau, versunken in Marc Aurels Lebensweisheiten; in den U-Bahn-Waggons der Metropolen läsen Männer mit kurzen Haaren Seneca; Tangotänzerinnen trügen Martin Bubers reclamgelbes «Ich und Du» im Rucksack . . . Muss nun auch noch Montaigne in den TGV gesetzt, aufs Riesenrad gezerrt werden? Herr Greffrath tut solches nicht wirklich; in seinen Zwischenkapiteln – eingeschoben zwischen einzelne Essais – lässt er Montaigne dort, wo er lebte; eine Zeit, die uns fern und nah zugleich erscheint.

Pressestimmen

"Die Besonderheit der Philosophie Montaignes liegt darin, daß sie kaum über einen systematischen Kamm geschoren werden kann. Dem Leser begegnet ein klarer Verstand, der mit Skepsis und Philanthropie vor allem über das seltsame Wesen Mensch nachdenkt. Daß Montaignes 16. Jahrhundert wie das unsrige eine Zwischenzeit ist und wir nicht zuletzt deshalb einiges aus der Lektüre ziehen können, zeigt der Co-Autor Greffrath in seinen lehrreichen Essays." (Max)

"Eine Fundgrube für streßgeplagte Menschen unserer Zeit." (foglio)

"Er wird bestaunt wie ein Wunder, jener Michel de Montaigne, der 1533 geboren wurde und seiner Zeit ein derart scharfsinniges und intelligentes Werk hinterlassen hat, daß wir heute noch mit größtem Gewinn darin lesen. Eine Auswahl ist hier vorzufinden, Mathias Greffrath macht sich dazu kluge Gedanken für kluge Menschen." (Salzburger Nachrichten)

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Montaigne begründete die literarische Kunstform der Essays. Seine Versuche, so könnte man Essay ganz einfach übersetzen, gründen auf Skeptizismus und kritisieren die menschliche Überheblichkeit über Andere. Der Freidenker Montaigne setzt sich mit einer Vielzahl von Themen auseinander, deren Gehalt bis in das Heute reichen und Maßstab bzw. Anleitung sein können. Z.B. für unabhängiges Denken freier Bürger, die sich soeben beginnen vom umsorgenden Geist der allumsorgenden Demokratie zu lösen.

"Die Menschen geben sich in Miete. Ihre Fähigkeiten gehören nicht Ihnen, sondern denen, in deren Dienst sie sich geben; ihre Mietsherren wohnen in ihnen, nicht sie selbst. Diese übliche Art mißfällt mir: wir müssen mit der Freiheit unserer Seelen haushalten uns die nur zu den rechten Gelegenheiten verpfänden; deren gibt es sehr wenige, wenn wir gesund urteilen." (S 276, Vom schonenen Umgang mit dem Willen)

Wie wahr. Montaigne versucht ohne Hass, ohne Ehrgeiz, ohne Habgier zu leben und seine Essays sind suchende Spuren, um dies immer besser zu erreichen. Leidenschaft in fremden Dingen begrenzt er, seine Leidenschaft gilt dem Denken, der Freiheit von Seele und Geist, dem eigenen Urteilsvermögen.

Alle, die Montaigne lesen, können ihm in diesem Sinne etwas entgegengehen, um mit Sokrates sagen zu können: "Wie viele Dinge begehre ich überhaupt nicht." (S 283). Montaigne stellt fest: "Je mehr wir unsere Bedürfnisse und unseren Besitz erweitern, desto stärker setzen wir uns den Schlägen des Schicksals und des Mißgeschicks aus. ... Man darf die Maske und den Schein nicht mit dem wirklichen Wesen verwechseln und das Fremde nicht mit dem Eigenen. ... Es reicht, das Gesicht zu pudern. Müssen wir uns auch noch die Seele pudern?" (S 286)

"Die heutigen Menschen sind so zur Unruhe und Prahlerei erzogen, dass die Güte, die Mäßigung, die Gleichmütigkeit, die Beständigkeit und dergleichen stille und dunkle Eigenschaften gar nicht mehr an den Tag kommen." (S 296)

Die nach den Montaigne Essays stehenden Verbindungslinien von Matthias Greffrath beleuchten diesen Denker derart treffend, dass man ihn zitieren muss. Nach dem o.g. Montaigne Essay formuliert er z.B. "Das langsame Kind der Provinz" und stellt fest: "Er kommt mir vor wie das gesunde Kind von vorm Beginn der Neuzeit, der Technik, des Kapitalismus und der milden und geregelten Knechtschaft. Montaigne hat die unbestechliche und entwaffnende Intelligenz und Gefühlssicherheit eines gesunden Fünfjährigen. Eltern und Psychologen kennen den Glanz dieses Alters, wissen auch, dass die Menschen in ihm fertig sind - bis auf die Vergesellschaftung und den Werkzeuggebrauch." (S 298)

Auf Seite 393 folgt eine Liste aller Essais von Montaigne (107) und eine biografische Zeittafel. Unbedingt lesen!
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wunderbar 16. August 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ich hätte nie geglaubt, dass man über Philosophie ein so grossartiges Buch schreiben kann. Wer immer sich für diesen Themenbereich interessiert, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.
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