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Montaigne
 
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Montaigne [Taschenbuch]

Stefan Zweig , Knut Beck
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 7 (1. August 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596127262
  • ISBN-13: 978-3596127269
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 11,9 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mit "Montaigne" hat Stefan Zweig 1942, obwohl Fragment geblieben, den Schlußstein seines essayistisch biographischen Werkes gesetzt. Hatte er 1934 mit Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam eine verschleierte Selbstdarstellung gegeben, indem er das Lebensbild eines Mannes zeichnete, der nicht »mit einem Ruck auf den Rücken einer Partei springen« mochte, so wurde Montaigne - zur Rechtfertigung seiner selbst. Der französische Philosoph Michel Eyquem Seigneur de Montaigne (1533-1592) hat den Menschen - nicht zuletzt sich selbst - in seiner Unvollkommenheit, der Vielfalt, der Widersprüchlichkeit und der Veränderlichkeit seines Charakters gesehen und ihm kraft seiner Individualität in allem »innere Freiheit« zuerkannt. Stefan Zweig fühlte sich durch ihn bestätigt. Er fand Montaignes Wort »Der freiwilligste Tod ist der schönste. Das Leben hängt vom Willen der andern ab - der Tod von unserem« für sich im Zweiten Weltkrieg, in depressiver Zeit; die erste Niederschrift des Essays trägt den Titel »Dank an Montaigne«.

Über den Autor

1881-1942

1881 28. November: Stefan Zweig wird in Wien geboren. Er ist der zweite Sohn des Textilfabrikanten Moritz Zweig und seiner Frau Ida.

1887 Stefan Zweigs Schulzeit beginnt an der Volksschule in der Werdertorgasse.

1892-1900 Er besucht das Maximilian-Gymnasium (heute Wasagymnasium). Der Schüler beginnt, Gedichte zu schreiben - einige werden sogar in Zeitschriften veröffentlicht.

1900 Nach der Matura (Abitur) reist Stefan Zweig nach Frankreich. Er nimmt ein Studium der Philosophie und Literaturgeschichte an der Universität Wien auf.

1901 Das erste Buch erscheint: der Gedichtband Silberne Saiten.

1902 In diesem Jahr erscheint die Erzählung Die Wanderung. Zweig ist Herausgeber eines Bandes mit Gedichten von Paul Verlaine und einer Sammlung mit Baudelaire-Gedichten, die Zweig zum Teil auch übersetzt hat.

1902 Zweig wechselt für das Sommersemester an die Universität Berlin. Im August unternimmt er seine erste Reise nach Paris.

1903 Im August reist er nach Paris und in die Bretagne.

1904 Zweig promoviert mit einer Arbeit über Hippolyte Taine. Der Novellenband Die Liebe der Erika Ewald erscheint, außerdem gibt Zweig Gedichte von Émile Verhaeren in eigener Übertragung heraus. Zweig reist nach Paris und London.

1905 Reise nach Spanien und Algier. Zweigs Monographie Paul Verlaine erscheint.

1906 Der Lyrikband Die frühen Kränze erscheint. Zweig hält sich vier Monate lang in England auf.

1907 Das Versdrama Tersites erscheint. Zweig übersiedelt in die erste eigene Wohnung in Wien.

1908 Balzac: sein Weltbild aus den Werken, bearbeitet und eingeleitet von Zweig, erscheint. 26. November: Tersites wird gleichzeitig in Kassel und Dresden uraufgeführt.

1908 Zweig bricht im November zu einer Reise auf, die in nach Indien, Ceylon und Burma führt.

1910 Émile Verhaeren (Monographie) und Übertragungen von Werken des belgischen Dichters erscheinen. Einleitung zu einer Dickens-Gesamtausgabe.

1911 Stefan Zweig reist nach Nord- und Mittelamerika. Der Band Erstes Erlebnis, Vier Novellen aus Kinderland erscheint.

1912 5. Mai: Der Einakter Der verwandelte Komödiant wird uraufgeführt. 26. Oktober: Das Haus am Meer wird im Burgtheater in Wien uraufgeführt.

1913 Zweig veröffentlicht Der verwandelte Komödiant und Brennendes Geheimnis.

1914 Am 1. August 1914 beginnt der Erste Weltkrieg. Ab Dezember arbeitet Stefan Zweig »freiwillig auf Kriegsdauer« im Kriegsarchiv.

1916 Zweig zieht mit Friderike (Friderike Maria von Winternitz, 1882-1971) für vier Monate nach Kalksburg.

1917-18 Das Drama Jeremias erscheint. Zweig, ab November 1917 zunächst für 2 Monate vom Militardienst beurlaubt, hält Vorträge in der Schweiz. Begegnungen mit Romain Rolland, den er auch übersetzt. Zweig lernt unter anderen Hermann Hesse, James Joyce und Ferruccio Busoni kennen. 27. Februar 1918: Jeremias wird am Stadttheater Zürich uraufgeführt. Als Korrespondent der Wiener Neuen Freien Presse in der Schweiz zieht Zweig im März nach Rüschlikon bei Zürich. Zweig kauft im November ein Haus am Salzburger Kapuzinerberg. 25. November: Uraufführung von Legende eines Lebens in Hamburg.

1919 März: Zweig bezieht das Salzburger Haus. Zweigs Essayband Fahrten und die Übersetzung von Romain Rollands Drama Die Zeit wird kommen erscheinen.

1920 Januar: Stefan Zweig und Friderike von Winternitz heiraten in Wien. In diesem Jahr erscheinen die Biographie Marceline Desbordes-Valmore, die Erzählung Der Zwang, der Essayband Drei Meister (Balzac, Dickens, Dostojewski) und die Biographie Romain Rolland, der Mann und das Werk.

1922 Amok, Novellen einer Leidenschaft erscheint, außerdem die Legende Die Augen des ewigen Bruders. Zweig ist in diesen Jahren ein äußerst produktiver Übersetzer und Herausgeber (u.a. Rolland, Chateaubriand, Renan).

1925 Der Kampf mit dem Dämon (Hölderlin, Kleist, Nietzsche) erscheint. Zweig arbeitet an einer freien Bearbeitung von Ben Jonsons Volpone.

1926 Volpone erscheint (und wird am 6. November am Burgtheater in Wien uraufgeführt). Der Novellenband Verwirrung der Gefühle wird ein großer Verkaufserfolg.

1927 20. Februar: Stefan Zweig hält im Staatstheater München die Gedächtnisrede auf den am 29. Dezember des Vorjahres gestorbenen Rainer Maria Rilke. Sternstunden der Menschheit, fünf historische Miniaturen erscheinen. In Leningrad erscheint eine russische Gesamtausgabe der Werke Stefan Zweigs (mit einem Vorwort von Maxim Gorki).

1928 Drei Dichter ihres Lebens (Casanova, Stendhal, Tolstoi) erscheint. Quiproquo (Komödie, späterer Titel: Gelegenheit macht Liebe) - gemeinsam mit Alexander Lernet-Holenia verfaßt. Stefan Zweig reist nach Rußland.

1929 In diesem Jahr erscheinen Joseph Fouché. Bildnis eines politischen Menschen, die Tragikomödie Das Lamm des Armen und der Novellenband Kleine Chronik. Zweig hält am 13. Oktober im Burgtheater in Wien die Trauerrede auf den am 15. Juli gestorbenen Hugo von Hofmannsthal.

1930 Zweig trifft auf einer Italienreise Maxim Gorki. Das Lamm des Armen wird am 15. März gleichzeitig in Breslau, Hannover, Lübeck und Prag uraufgeführt.

1931 Begegnung mit Joseph Roth in Cap d'Antibes. Der Essayband Die Heilung durch den Geist (Mesmer, Mary Baker-Eddy, Freud) erscheint, außerdem die Ausgewählten Gedichte und Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters. Sein Besuch bei Albert Schweitzer schlägt sich im Text Unvergeßliches Erlebnis, ein Tag bei Albert Schweitzer nieder.

1933 10. Mai: Von den Bücherverbrennungen sind auch die Werke Stefan Zweigs betroffen.

1934 Zweig siedelt im Februar unter dem Eindruck der bürgerkriegsähnlichen Zustände in Wien nach London über. Seine Frau Friderike bleibt in Österreich. Zweig trennt sich von Insel-Verlag. Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam erscheint, zunächst in limitierter Auflage - endgültige Ausgabe 1935.

1935 Januar: Zweig reist in die USA, um seinen amerikanischen Verleger Ben Huebsch zu besuchen. Die Oper Die Schweigsame Frau von Richard Strauss, zu der Zweig das Libretto verfaßt hat, wird in Dresden am 24. Juni uraufgeführt und nach insgesamt vier Aufführungen verboten. Maria Stuart erscheint.

1936 Es erscheinen: Castellio gegen Calvin - ein Gewissen gegen die Gewalt und die Erzählungssammlung Kaleidoskop. Zweig reist nach Brasilien und Argentinien.

1937 Die Sammlung Begegnungen mit Menschen, Büchern, Städten erscheint, außerdem die Legende Der begrabene Leuchter und die »Sternstunde« Georg Friedrich Händels Auferstehung.

1938 Stefan Zweig reist mit Lotte Altmann (seit 1934 seine Sekretärin) nach Portugal. Magellan erscheint. 24. Dezember: Scheidung von Friderike. Zweig reist in die USA, um Vorträge zu halten.

1939 Zweig kehrt nach London zurück. Der Roman Ungeduld des Herzens wird ein Bestseller. Zweig zieht nach Bath - Lotte Altmann und Stefan Zweig heiraten am 6. September.

1940 12. März: Stefan Zweig wird britischer Bürger. Vortragsreisen nach Frankreich, in die USA und nach Südamerika.

1941 Amerigo - Geschichte eines historischen Irrtums (posthum 1944 bei Bermann-Fischer, Stockholm erschienen) entsteht während eines USA-Aufenthalts, außerdem Brasilien - Ein Land der Zukunft. Im August fährt Zweig nach Rio de Janeiro, dann nach Petrópolis. Die Schachnovelle und die Autobiographie Die Welt von Gestern entstehen.

1942 Der Kriegsverlauf - scheinbar zugunsten Deutschlands - ist wichtiger Grund für Zweigs erneut intensivierte Depression. 22. Februar: Stefan Zweig und seine Frau Lotte nehmen sich das Leben.

Der Roman Clarissa, der Essay Montaigne bleiben ebenso Fragment wie die große Biographie Balzac.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Leben im Elfenbeintum 26. November 2007
In dieser feinen Lebensstudie werden wir von der Seele eines nur scheinbar fernen Geistes eingenommen. Montaigne war kein pathetischer Weltflüchtling, kein Enttäuschter, der sich aus Verbitterung in sich vergräbt. Das Leben liebend, vollzog er einen diskreten Rückzug von der Welt und verbrachte einen zentralen Abschnitt seines Lebens im Elfenbeinturm. Montaigne war ein Mann, der sich unsicher war, wieviele seiner Kinder gestorben waren und der die Meinung vertrat, Ehefrauen sollten sich ab einem bestimmten Alter einen Liebhaber zulegen duerfen. Wir koennen von ihm lernen. Er ist einer der hervorragendsten Vertreter der "Freiheit von...".
Als er seinen Turm verliess, zeigte er auch, was er tatsaechlich vermochte wie so schnell kein Anderer: ein Reisender zu sein. Neben Montaigne nimmt sich der reisende Goethe aus wie ein Bildungstourist.
Dieses Leben wird von Zweig so leicht und elegant gezeichnet, dass wir die finstere Folie auf der es sich abspielt, uns erst hinzudenken muessen.
Das Buch, fast eine Novelle, hat seine eigene Leuchtkraft wie ein etwas abseits liegender Kristall in düsterer Kälte.
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41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Der Schriftsteller Stefan Zweig hat, kurz vor seinem Freitod am 22. Februar 1942, mit der Montaigne-Biographie den würdevollsten denkbaren Schlusspunkt seines Lebens und Schreibens gesetzt. Zweig identifizierte sich mit Montaigne: Auf Seite 69 seines kleinen Büchleins findet man die Stelle: "Er hat sich verschanzt in seinen Turm, er hat den Wall seiner tausend Bücher zwischen sich und den Lärm gestellt..." Zwar stirbt Zweigs Vorbild Montaigne 1592 eines natürlichen Todes und bringt sich nicht - wie Zweig - zusammen mit seiner Partnerin fern der Heimat um - jedoch parallel ist sicherlich die Flucht eines sensibel wahrnehmenden Menschen vor den Rohheiten der Welt. Zweig flüchtete von Salzburg über London und New York bis nach Rio de Janeiro - in blankem Entsetzen über den Nationalsozialismus - Michel de Montaigne war sicher fast vergleichbar entsetzt über die blutigen Religionsstreitigkeiten zwischen konservativen Katholiken und Hugenotten in seinem spätmittelalterlich-barbarischen Frankreich. Zweig, der heute in Brasilien immer noch sehr bekannt und geehrt ist, wurde von seinen damaligen deutschsprachigen Zeitgenossen wegen seines ausweichlerischen Flucht-Verhaltens gerügt (Karl Kraus, Thomas Mann). Aber war nicht alles bis ins letzte Detail zum panischen Wegrennen bis ans Ende der Welt? Als dort der brasilianische Karneval mit seiner ungehemmten Fröhlichkeit absurd mit der europäischen Kriegswirklichkeit kontrastierte - da flüchtete Zweig weiter ins tiefe Landesinnere nach Petropolis, und als die dortige Provinz-Stadtbücherei sich als gar zu erbärmlich erwies, geschah der Selbstmord, in welchen die Partnerin Stefan Zweigs folgte... Montaigne, dem nicht minder vor den Abschlachtereien der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 in seinem Bordeaux gegraust hatte - er wurde von seinen Landsleuten respektiert, fast ehrfürchtig verstanden - und auf dem goldenen Tablett durch alle folgenden Jahrhunderte getragen. Vielleicht sollten sich mehr Menschen mit diesem kleinen Zweig-Montaigne-Büchlein auseinandersetzen - und nachträglich nicht nur den berühmten europäischen Begründer der Essayistik, sondern auch jenen Fluchtmenschen Stefan Zweig besser verstehen lernen ...
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Stefan Zweigs Werke interessieren mich, seitdem ich die Parallelen zwischen seiner Zeit und der unseren entdeckt habe (hervorragend wiedergegeben in "Die Welt von gestern"). Es geht um Individuen, die trotz allen errungen materiellen Wohlstandes ihrer Zeit nicht trauen. Die auch schwache Signale wahrnehmen, in einen Zusammenhang setzen und auf der Hut sind. Die aus ihrem persönlichen Freiheitsbedürfnis und ihrer Abneigung gegenüber gesellschaftlichen Zwängen und familiären Erwartungshaltungen (oft auf einem Niveau niedriger als dem eigenen formuliert) keinen Hehl machen.
Zweig entdeckt in Montaignes Essays einen weiteren Bruder im Geiste für sich. Einer, der sein Freiheits- und Friedensideal stets aufrecht hielt, hierfür die Anonymität in der Ferne suchte, geistreiche Auftritte hinlegte und dafür sogar zum Bürgermeister ernannt wurde.
Der sein Ideal aber nie kennen lernte, weil es Zeit seines Lebens keinen Frieden in seinem Lande gab.
Der Wert dieses Buches liegt in der Entdeckung Montaignes und dem Verweis auf seine Essays. Zweigs unvollendetes Werk ist leider etwas fragmentiert und besteht zu einem großen Teil aus Zitaten in Orginalfranzösisch und deutscher Übersetzung. So bekommt man ein kommentiertes Fragment, das die Lektüre der Quelle nicht ersetzt, sondern neugierig auf sie macht.
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