Aus der Amazon.de-Redaktion
Monsters Of Jazz, das zweite Album des Kölner Swinger Club, besteht, abgesehen von ein paar Eigenkompositionen, aus denselben Materialien wie das erste: aus
Welthits als Jazz, wie auch sein Titel lautet. Queen, Madness, AC/DC, Police und Prodigy gehören diesmal zu den auserwählten Opfern, denen Andreas Hirschmann (Orgel, Sax, Stylofone), Martell Beigang (Drums, Vocals) und Jan von Polheim (Kontrabass, Vocals) zwar keine wie auch immer innovativen Arrangements verpassen, die -- natürlich -- auch manchmal vorhersehbar, aber doch immer dem Original angemessen und niemals beliebig sind. Stichwort Nummer eins ist Trash, Nummer zwei Seriosität: ein kontradiktives Konzept, dessen unbiedere Unterhaltsamkeit dem Kölner Trio in Frack und Fliege schon anno Weihnacht in der
Anke Engelke Show zu einem gewissen Ruf verhalf. Bei aller Qualität in Auswahl und Performance braucht man wegen des humoristischen Standbeines dennoch eine kompatible Menge deselben auch als Hörer, um die Platte mehr als ein-, zweimal pro Woche genießen zu können.
--Rolf Jäger
Was uns das Kölner Trio hier mit kaltem Grinsen als "Monsters of Jazz" mitten auf die Omme klatscht, das waren alles mal Monster des Rock und Pop. Also Queens mumifizierter Stadionrock-Brüller "We will rock you", AC/DCs Presskopf-Sülze "Highway to hell" oder Sailors "Girls Girls Girls". All das wird vom Swinger Club zum Schweineorgeljazz verhunzt, und das wäre ja auch megalustig und total geil - wenn nicht vor zwei Jahren ihre Platte "Welthits als Jazz" erschienen wäre. Der Knalleffekt ist nämlich futsch. Außerdem wirkt das Ganze jetzt glatter. Die drei Pop-Verwurster zwinkern uns zwar weiter wild zu, während sie die Monsterhits transformieren, doch sie suhlen sich nicht mehr rücksichtslos lustvoll im Orgelmatsch; alles ist jetzt feiner, ausgetüftelter, maxgregerhafter - und dann auch noch diese Samstagabendshow-Herrenharmoniegesänge! Nein, nein: Auf ekle Weise ist hier alles weniger eklig. Appell: Zurück zur Bontempi-Heimorgel! Batteriebetrieben! (mw)