"Monster Village" ist der jüngste Titel einer anhaltenden Filmreihe, die vom amerikanischen Science Fiction-Channel quasi im Fließbandprinzip direkt für den DVD-Markt produziert wird. Was all diese Filme gemeinsam haben, ist ein starker Zug ins Phantastische (häufig mit Anleihen aus dem Historienfilm), sowie ein Grad von technischem und schauspielerischem Diletantismus, der selbst hartgesottenen Genrefans die (Fremd-)Schamesröte ins Gesicht treibt.
"Monster Village" bildet da keine Ausnahme: Die historische Rahmenhandlung (und gleichzeitig die Rechtfertigung für die wie üblich unfreiwillig komischen Kostümfilmeinlagen) bildet diesmal ein kleines Dorf in Pensylvania, das Mitte des 19. Jahrhunderts unter einer Pestepidemie leidet. Um dem Übel Einhalt zu gebieten, schliesst der Bürgermeister und örtliche Hobby-Okkultist einen Bann mit dem Bösen, nachdem nun jedes Jahr ein Mensch aus dem Dorf einem Oger aus dem Wald geopfert wird, das Dorf dafür aber von allen Übeln verschont bleibt, und die Bewohner Unsterblichkeit erlangen. 150 Jahre später treffen vier jugendliche Schatzsuchern im Dorf ein, das als historische Enklave immer noch auf dem Stand des 19. Jhs. verharrt. Da dem Dorf langsam die potentiellen Menschenopfer aufnehmen, nimmt man die 4 Gäste freundlich auf...
Schon diese paar Zeilen sind eigentlich schon zuviel der Beschreibung. Auch wenn der Film im ersten Viertel alles versucht, um dynamisch und kurzweilig rüberzukommen (indem er zwei seiner Charaktere schon in den ersten 20 Minuten über den Jordan schickt) entwickelt sich der anfängliche Monsterfilm-Ansatz bald darauf zu einem auf anderthalb Stunden Länge breitgewalzten Fantasy-Kampf gegen das besagte Untier: Eine Besetzung aus abgehalfterten Schauspielschulabbrechern darf also fleissig Musketen stopfen, Bogen bespannen und Fackeln anzünden, um schlussendlich gegen einen computergenerierten Oger zu Felde zu ziehen, nebem dem selbst "Minesweeper" wie ein animationstechnisches Wunderwerk wirkt. Und kaum hat das Biest seinen letzten Atemzug getan (was sich dank eingestreuter Magie-Einlagen länger hinzieht, als dem Film guttut), läuft bereits der Abspann - und der Zuschauer ist wieder einmal um 90 Minuten älter.