Es nicht einfach für mich, diesen Horror-Roman zu rezensieren, da ich ein großer Fan von David Wellington bin. Ich muss dazu sagen, dass ich wohl wie die meisten Leser auch vorher *Stadt der Untoten* gelesen habe und deshalb vielleicht auch mit einer etwas anderen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen bin. Wer mit *Stadt der Untoten* zufrieden-, oder von diesem Werk sogar begeistert war (ich zähle mich dazu), sollte die Finger von *Nation der Untoten* lassen. Was mir zum Teil den Lesespaß nahm, waren zum einen diese vielen Fachausdrücke, auf die sich David Wellington auf den ersten ca. 150 Seiten konzentrierte. Er hat sich zu sehr damit beschäftigt, jeden einzelnen Rang der Soldaten, Behörden und Nationalgardisten zu erwähnen und so der Story jegliches Tempo und Spannung genommen. Dazu kamen die stellenweise unendlich langen Schachtelsätze, die das Tempo nicht gerade verschärften. Wenn ich einen Zombie-Roman lese, dann will ich Tempo, Spannung und aufstehende Nackenhaare, sonst nichts. Des Weiteren hat mir nicht gefallen, dass sich der weibliche Zombie, der einen Hauptcharakter bildet, in Luft auflösen konnte, um sich so aus gefährlichen Situationen zu befreien. Genausowenig passend war die Tatsache, dass sich dieselbe Untote nach einer *Mahlzeit* , äußerlich in einen normalen Menschen zurück verwandeln konnte, ohne irgendwelche Kratzer oder Verletzungen zurück zu behalten. Na klar, Zombies sind ohnehin schon albern genug, aber das war sogar für mich eine Nummer zu extrem.
In der Story geht es natürlich darum, wie es überhaupt zu der Nation der Untoten kam, was war passiert und was überhaupt imstande war, die Menschheit auszulöschen. Zwei getrennte Geschichten begleiten den Leser durch das Buch, die natürlich zusammen gehören und gegen Ende hin dann auch zu einer zusammen fließen. Was wohl ein wenig unglücklich ist, dass diejenigen, die die *Stadt der Untoten* gelesen haben, das Ende natürlich schon vorher kennen. Streckenweise gelingt es David Wellington sogar ein bißchen Tempo in die Geschichte zu bringen, aber auf Spannung wartet man hier vergeblich. Mein Fazit, muss man nicht unbedingt gelesen haben. Zwei Sterne gibt es für den Versuch, ein paar neue Ideen einzubauen.