Zur Geschichte:
Ein Junge entdeckt, dass mit dem Nachbarn nebenan etwas nicht stimmen kann. Er erschreckt Kinder, die sein Grundstück betreten, und nimmt ihnen ihre Spiel- oder Fahrzeuge weg. Als bei einem solchen Vorfall der Nachbar mit Namen Nebbercracker vermeintlich stirbt und von der Ambulanz weggeführt wird, machen sich der Junge, sein Kollege und ein Mädchen daran, das Geheimnis des Hauses zu lüften. Denn es scheint ein Eigenleben zu führen, und zwar ein gefrässiges, nimmersattes Eigenleben. Ein Fluch lastet auf "Monster House", und ohne seinen Herrn wird es von nichts mehr im Zaum gehalten...
Der Film ist spannend erzählt, teilweise witzig mit treffenden Charakteren versehen (z.B. die Polizisten), und v.a. gruselig. Hin und wieder fragte ich mich jedoch bzgl. der FSK-Freigabe, ob die Themen (Monster-Haus, Pubertät, gemeine Babysitterin mit gemeinem Freund) nicht eher an ältere Kinder gerichtet sind.
Animationen:
Die Bewegungen und Gesichtsausdrücke sind toll, aber im Gegensatz zu anderen Computer-Animationen wirken die Figuren im "Motion-Capturing"-Verfahren weniger detailliert (z.B. Haare sind scheusslich), und persönlich finde ich das Äussere des Hauptdarstellers DJ wenig ansprechend, beinahe unsymphatisch gezeichnet. Das Haus hingegen ist ein Animations-Knüller, v.a. in den Schlussszenen. Alles in allem aber ordentliche CGI-Kost, gibt lediglich einen halben Stern Abzug, weil andere es noch detaillierter hinkriegen.
Extras:
Wie so oft in Englisch mit Unterttiteln gehalten, schade für die Kids, die nicht so schnell lesen können. Für Erwachsene informativ, aber nichts Überwältigendes dabei. Auch kein "Gag-Reel" oder ein Kurzfilm. Das kostet einen halben Stern.
Toll hingegen ist das Papp-Cover der Limited Edition, bei der man vier Sequenzen mit einer Drehscheibe einstellen kann (d.h. eigentlich sind es acht, vier auf der Vorder- und vier auf der Rückseite), bei der das Haus immer bedrohlicher wirkt. Macht Spass...
Altersempfehlung:
In Zeiten, da Herr der Ringe 1 ab 12 Jahren freigegeben ist und die Kids King Kong (die alte Version) bereits zum Frühstück schauen können, stehe ich mit meiner Meinung wohl etwas aussen vor. Trotzdem: diesen Film sollten erst Kinder ab 8 Jahren sehen. Die unheimlichen Vorgänge sind durchaus angsteinflössend, und die FSK-Freigabe ab 6 Jahren ist für mich nicht nachvollziehbar. Von meinen drei Kindern konnten der Jüngste (7 Jahre) und der Älteste (12 Jahre) nach dem Film nicht mehr alleine schlafen und krochen anschliessend ins elterliche Ehe-Bett. Der Film hat ihnen zwar Spass gemacht, aber auch mächtig Eindruck. Nicht nur die Animationen, auch die Geschichte als solches sowie die Niederträchtigkeiten der Babysitterin und ihres Freundes sind für 6-jährige eher ungeeignet. Schäm Dich, FSK.
Trotzdem: ein toller Film und für's geeignete Publikum ein grandioser, teilweise recht ernsthafter Gruselstreifen!