Der Titel des Romans und auch der Klappentext hat sofort mein Interesse geweckt. Ich hatte einen spannenden Thriller erwartet, doch leider hat sich das nicht bewahrheitet. Von "psychologischem Thriller", wie es auf dem Klappentext vermerkt wurde, kann kaum eine Rede sein, außer, dass ein wichtiger Ort die Psychiatrie darstellt. Das, was Dr. Delaware von sich gibt, um zwischendurch kurz zu betonen, dass er ja noch immer Psychologe ist, weiß auch ein Laie auf dem Gebiet Psychologie. Keine neuen, interessanten Erkenntnisse stellen sich im Zusammenhang mit den Morden dar. Es ist sehr vorhersehbar, wer nun hinter den gesamten Morden steckt. Eine willkommene Wendung wäre gewesen, wenn der vermutete Täter es letztendlich nicht gewesen wäre, sondern etwas viel Komplexeres dahinter gesteckt hätte. Die Idee mit dem Filmen ist freilich nicht schlecht, nur viel zu schnell in die Geschichte eingebracht worden. Im Grunde kann man das Buch sofort nach dieser Erwähnung weglegen, denn was anderes passiert danach nicht mehr, außer, was Peakes Rolle nun wirklich war (was man sich gut selbst denken könnte).
Die Charaktere sind leider sehr unpersönlich und kaum beschrieben. Es scheint, als hätte Alex Delaware mit seinem Partner Milo eine intensivere Beziehung als Alex zu Robin. Sicherlich, sie arbeiten ja zusammen und haben daher viel Kontakt, trotzdem ist es ein ödes Muster, wie sie ständig zusammenhocken und hin- und herfahren.
Höchste Konzentration ist erforderlich, um sich die ganzen Personen und ihre Position und Aufgabe im Buch zu merken. Sie erscheinen in vielen Fällen leider gesichtslos, und dazu gehört auch der Hauptcharakter Delaware, der reichlich wenig von sich preisgibt. Er wäre vermutlicher interessanter gewesen, wäre die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben. Letztendlich zieht sich die Geschichte endlos in mühsamen Ermittlungen und teilweise sinnlosen Informationen und wird zu einem zähen Brei. Spannung kommt wenig auf, dennoch ist es teilweise nicht uninteressant zu lesen. Obwohl es beschwerlich ist, ist dieses Buch nicht wirklich schlecht. Der Schreibstil ist in Ordnung, was meine Bewertung hochhebt. Bin mir nur nicht sicher, ob es 2 oder 3 Sterne sein sollen... Man sollte beim Kauf nicht zu viel erwarten. Ansonsten bleibt es wohl eine Geschmackssache, ob man mit diesem Buch etwas anfangen kann oder nicht.