Patrick Ness schreibt die Geschichte von Conor, dessen Mutter an Krebs erkrankt ist und der irgendwie versuchen muss, damit zurecht zu kommen. Vor allem da es alle Welt zu wissen scheint und ihn behandelt, als wäre er aus Glas. Hinzu kommt der Albtraum, der ihn seit dem Beginn der Krankheit seiner Mutter quält und der ihn Nacht für Nacht schreiend aufwachen lässt. Als ihn dann in einer Nacht ein anderes Monster erscheint, welches ihm nur Geschichten erzählen will, weiß Conor noch nicht, dass es dieses Monster sein wird, welches ihm seine schlimmste Angst deutlich vor Augen führen wird.
In der Geschichte wird nicht expliziet erwähnt, dass Conors Mutter Krebs hat, doch ist das auch nicht nötig, denn Ness schreibt nicht um die Tatsachen herum, sondern beschreibt sie deutlich, ohne sie jedoch beim Namen zu nennen. Der Stil ist wunderschön. Man wird in die Geschichte hineingsogen und vor allem die fantastischen schwarz-weiß Bilder (zumindest in dieser englischen Ausgabe) machen es einem leicht, sich in die Welt von Conor zu fühlen.
Conors Gefühle werden beeindruckend und eindrücklich beschrieben. Seine Ängste und auch seine Wünsche, die allesamt, so schrecklich sie auch erscheinen mögen, sind zumindest für mich absolut nachvollziehbar sind. Vor allem finde ich viele Aspekte dabei betont, die man, wenn man nicht direkt betroffen ist und sich nicht tiefergehend mit dem Thema beschäftigt hat, vielleicht auch nicht so ins Auge fassen würde, wie sie hier in diesem Buch beleuchtet werden.
Auch das Monster hat einen faszniernden Charakter. Es ist zwar anders als andere Monster, aber vor allem auch deshalb, weil Conor in einer anderen Situation ist, als andere Jungen. Denn auch wenn es anders ist, ist es kein Schmusemonster, sondern macht seinem Namen immer noch alle Ehre. Und gerade das finde ich wirklich gut, denn es passt zu der Geschichte, zu Conors Situation und vor allem passt es zu seinen Bedürfnissen
Auch wenn dies eine erfundene Geschichte ist, hat sie mich sehr bewegt. Es ist eine schöne Geschichte, in der für mich sehr viel Wahrheit steckt. Hinzu kommt, dass diese Ausgabe eines der schönsten Bücher ist, das ich mein Eigen nennen darf. Der Umschlag ist wunderschön gestaltet, aber auch der Einband des Buches selbst ist fantastisch. Die oben schon erwähnten Bilder unterstreichen die bedrückte Stimmung, machen das Buch aber auch zu einem wirklichen Erlebnis. Ich weiß nicht, wie die deutschen Ausgaben aussehen, doch würde ich allen, die sich irgendwie vorstellen können auch mal auf englisch zu lesen, nur empfehlen, sich diese Ausgabe zu kaufen.
Ich bin sehr beeindruckt von Buch und Geschichte und werde es sicher noch einige Male lesen.